Predigt und Gottesdienstablauf zum 10.1.2021

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  • Zuletzt aktualisiert 9. Januar 2021

Predigt und Gottesdienstablauf zum 10.1.2021

Epiphaniasfest, 10.1.2021

Eine Aufnahme dieses Epiphaniasgottesdienstes ist im Internet zu finden (YouTube: „Immanuel SELK Groß Oesingen), mit einer Predigt von Missionsdirektor Roger Zieger.

Eingangslied: 49

1     O König aller Ehren, / Herr Jesu, Davids Sohn,

dein Reich soll ewig währen, / im Himmel ist dein Thron;

hilf, daß allhier auf Erden / den Menschen weit und breit

dein Reich bekannt mög werden / zur Seelen Seligkeit.

2     Von deinem Reich auch zeugen / die Leut aus Morgenland;

die Knie sie vor dir beugen / weil du ihn' bist bekannt.

Der neu' Stern auf dich weiset, / dazu das göttlich Wort.

Drum man dich billig preiset, / daß du bist unser Hort.

3     Du bist ein großer König, / wie uns die Schrift vermeldt,

doch achtest du gar wenig /vergänglich Gut und Geld,

prangst nicht auf stolzem Rosse, / trägst keine güldne Kron,

sitzt nicht im steinern Schlosse; / hier hast du Spott und Hohn.

6     Du wollst in mir entzünden / dein Wort, den schönen Stern,

daß falsche Lehr und Sünden / sein meinem Herzen fern.

Hilf, daß ich dich erkenne / und mit der Christenheit

dich meinen König nenne / jetzt und in Ewigkeit.

Gebet

Vater des Lichts, sende dein Licht und deine Wahrheit, damit Leib und Seele sich heute freuen in dir und wir unsere alltäglichen Sorgen loslassen können. Wir übergeben sie dir, du sorgst für uns.

Am Anfang dieses Gottesdienstes bitten wir dich, Herr: Lass uns erkennen, wo wir nicht nach deinem Willen gelebt haben, und lass uns Gnade bei dir finden.

Gib uns offene Ohren und Herzen für dein Wort. Stille dadurch unseren Hunger nach dir und deiner Liebe. Lass uns so gestärkt und getröstet werden, dass wir tun, was dir gefällt und für uns heilsam ist. Amen.

Lied: 48 (Hauptlied)

1     Wie schön leuchtet der Morgenstern / voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn,

die süße  Wurzel Jesse.

Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, / mein König und mein Bräutigam,

hast mir mein Herz besessen;

lieblich, freundlich, / schön und herrlich, / groß und ehrlich,

reich an Gaben, / hoch und sehr prächtig erhaben.

Epistel: Epheser 3,2-3a+5-6

Ihr habt gehört, welches Amt die Gnade Gottes mir für euch gegeben hat: Durch Offenbarung ist mir das Geheimnis kundgemacht worden. ... Dies war in früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt offenbart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist; nämlich daß die Heiden Miterben sind und mit zu seinem Leib gehören und Mitgenossen der Verheißung in Christus Jesus sind durch das Evangelium.

Lied: 48

3     Gieß sehr tief in das Herz hinein, / du leuchtend Kleinod, edler Stein,

mir deiner Liebe Flamme,

daß ich, o Herr, ein Gliedmaß bleib / an deinem auserwählten Leib,

ein Zweig an deinem Stamme.

Nach dir / wallt mir / mein Gemüte, ewge Güte,

bis es findet / dich, des Liebe mich entzündet.

4     Von Gott kommt mir ein Freudenschein, / wenn du mich mit den Augen dein

gar freundlich tust anblicken.

O Herr Jesu, mein trautes Gut, / dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut

mich innerlich erquicken.

Nimm mich freundlich / in dein Arme, / Herr, erbarme

dich in Gnaden; / auf dein Wort komm ich geladen.

Evangelium: Matthäus 2,1-12

Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten. Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1): »Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.« Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, daß auch ich komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land.

Predigt zu Jesaja 60,1-6

Gnade sei mit uns und Friede von dem, der da ist und der da war + und der da kommt.

            Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt,

            und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!

            Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich / und Dunkel die Völker;

            aber über dir geht auf der Herr, / und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

            Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen

            und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.

            Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und kommen zu dir.

            Dann wirst du deine Lust sehen und vor Freude strahlen,

            und dein Herz wird erbeben und weit werden,

            wenn sich die Schätze der Völker am Meer zu dir kehren

            und der Reichtum der Völker zu dir kommt.

            Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken,

            die jungen Kamel aus Midian und Epha.

            Sie werden aus Saba alle kommen, / Gold und Weihrauch bringen

            und des Herrn Lob verkündigen.

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde der Immanuelsgemeinde,

Weihnachten hat dieses Jahr besondere Schlagzeilen gemacht. Es ging nicht um eine lebensgroße Krippe auf dem Weihnachtsmarkt, es ging um den Ausfall der Weihnachts­ märkte. Es ging nicht um überfüllte Züge vor Heiligabend, sondern um Beschränkungen für die gemeinsame Feier. Man könnte beinahe sagen, die meiste Aufmerksamkeit bekam eigentlich ein Virus, das doch mit dem bloßen Auge gar nicht zu sehen ist.

Und wir? Hatten wir vielleicht das Gefühl, dass wir alle dieses Mal irgendwo am Rande standen, mit dem Ausfall der Weihnachtsfeiern in den Vereinen, mit dem Wegfall der Krippenspiele und mit den geschlossenen Kirchtüren? Selbst die normale Rückkehr in die Schule und an manchen Arbeitsplatz findet erstmal nicht statt. Nur die Politiker bleiben sozusagen von Beruf im Rampenlicht. Und in der jetzigen Situation auch die Virologen.

Als die Israeliten aus der Verbannung in Babylonien zurückkamen, nach beinahe einem halben Jahrtausend, war das ein Gefühl wie Weihnachten. Endlich wieder im Land ihrer Vorfahren, eigenes Acker- und Weide- und Bauland, und endlich frei. Aber das Licht ging für sie ziemlich schnell wieder aus: Jerusalem lag in Trümmern, der Tempel auch, die Äcker waren überwuchert. Wie sollten sie überhaupt leben?

Es war, als wäre die Welt ein große Bühne, mit den großen Stars um sie herum,vor allem Babylonien und Ägypten. Die beanspruchten alle Aufmerksamkeit, die bestimmten, was geschah. Für Israel aber, in seiner kleinen Ecke im Vorderen Orient, war alles grau und dunkel und schwer. Ja, sie sollten nach Hause zurückgehen. Aber auf der Weltbühne mitspielen sollten sie nicht.

Aber dann nimmt Gott ein großes Licht und richtet den Schein direkt auf diese kleine, dunkle Ecke. “Mache dich auf, werde Licht“, ruft er von oben, „denn dein Licht kommt!“ Und mit einem Mal wird dieser Teil der Bühne zum Mittelpunkt für alles, was geschieht, und auch für alle anderen. Was sie auch immer gerade tun, sie sehen jetzt auf dieses kleine Volk, sie kommen dahin, mit Geschenken, und bringen viele, viele Menschen mit, die zu Israel gehören, aber lange Zeit überall zerstreut waren.

Ja, Gott sagt tatsächlich, dass Israel für ihn die Mitte der Weltbühne ist, und immer sein wird. Durch die Propheten ermutigt er sie, den Tempel wieder aufzubauen, ihre eigenen Häuser, die Landwirtschaft. Später erkennen die Christen, dass das mehr war als ein mutmachendes Wort – es war zugleich eine Weissagung. Denn als der Sohn Gottes in Bethlehem zur Welt kommt, ist überall um ihn herum ziemlich viel los, und kaum jemand bekommt überhaupt mit, was in der kleinen, dunklen Ecke da draußen geschieht, in dieser Höhle oder dem Stall mit dem Futtertrog für das Vieh.

Doch Gott lässt es hell werden. Er lässt die Bahnen mehrerer Planeten so zusammentreffen, dass die von der Erde aus wie ein einziger heller Stern erscheinen – ein seltener Fall, der an manchen Orten in Deutschland im letzten Monat auch zu sehen war. Darauf werden einige gelehrte Männer im Osten aufmerksam. Die verstehen das als eine Verbindung von einem Sternbild, das auf Israel weist, mit der Geburt eines neuen Königs. Sie reisen in die Richtung hin zu diesem Licht, kommen nach Jerusalem, und finden da Schriftgelehrte, die die Weissagun­ gen der Propheten kennen und die sie nach Bethlehem weiter­ schicken.

Da geschieht etwas ganz Seltsames: Die, die das Wort Gottes schon so lange haben, die es immer wieder gehört haben, lesen es, aber sie handeln nicht danach. Sie leben so weiter wie bisher. Und die Heiden, die es ganz neu hören, die sehen plötzlich einen hellen Schein von Gott in ihrem eigenen Leben, und sie folgen ihm. Sie wollen den finden, der für die Rettung der ganzen Welt kommt – gerade auch die Rettung der Heiden.

Daran denken wir in der Kirche am 6. Januar. In der östlichen Kirche wird an dem Tag das eigentliche Weihnachtsfest gefeiert. Und genau genommen bringt das Epiphaniasfest auch für uns die Freude und das Licht der Weihnacht in das neue Jahr hinein. Wir stehen am Anfang von 2021, mit seinem Alltagstrott, seinen Mühen, seinen Sorgen und der Sehnsucht nach einem Ende der Pandemie. Und genau da stellt uns Gott in das herrliche Licht seines Sohnes hinein, und das scheint auf uns am Jahresanfang wie das Licht der aufgehenden Sonne über frischgefallenem Schnee, der alles Dunkle bedeckt und hell und rein sein lässt. Und er sagt dir heute:

I          Sieh doch, wie dieses Licht für dich scheint, und

II       Was dieses Licht für dich tut.

I                       Sieh, wie dieses Licht für dich scheint

I.A       Geh hin und bete ihn an mit den Weisen

Ja, du bist eingeladen mitzugehen mit den weisen Männern, die für sich selbst ganz neu entdecken, dass es für sie auch einen Retter gibt. Noch ist eine gute Portion Aberglaube dabei, denn ihr Wissen über die Sterne vermischt sich bei ihnen mit der Astrologie. Aber Gott gebraucht diese Mischung, um sie dahin zu bringen, wo ihnen jemand das Wort Gottes sagen kann. Und damit finden sie den Weg.

Offenbar haben Maria und Joseph inzwischen irgendwo einen kleinen Raum in einem Haus gefunden. Vielleicht kann Joseph ein paar Holzarbeiten machen und etwas Geld für ihre Unterkunft verdienen. Trotzdem sind sie einfache Leute in einem einfachen Haus. Aber genau dahin kommen diese reichen, vornehmen und hochgebildeten Männer, senken den Kopf, um einzutreten, sehen ein junges Mädchen, kaum 15 Jahre alt, und ein kleines Baby – und werden noch kleiner, fallen nieder und beten dieses Baby an! Und sie bringen dieselben Geschenke mit, die der Prophet Jesaja Hunderte von Jahren vorher nennt: Gold für einen König, Weihrauch, wie er für einen Gott im Tempel verbrannt wird, und Myrrhe, dass für die Salbung eines Priesters, aber auch eines Verstorbenen gebraucht wird.

So wie sie sind wir auch zum Anbeten eingeladen, voller Staunen darüber, dass der Allmächtige, der Schöpfer des Himmels und der Erde, wirklich unser Fleisch und Blut annimmt, und ein Mensch wird wie wir, nur ohne Sünde.

I.B Und sieh, wie es für dich jeden Sonntag und jeden Tag in diesem Jahr scheint

„Mache dich auf, werde licht“ – so ruft Gott auch dir zu, „denn dein Licht kommt!“ und „die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir.“ Da ruft der, der von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer zu mir kommt, wird nicht wandeln in der Finsternis.“

Das, mein Freund, ist das Licht, in dem du dieses ganze Jahr leben kannst. Ist das nicht wunderbar, dass Gott selbst zu dir kommt? Dir verspricht, dass deine Gebete nicht umsonst sind, dass er deine Tränen alle sieht? Der sieht, was du für ihn tust in der Gemeinde, in der Familie, in deiner Umgebung, und sich daran freut? Ist es nicht wunderbar, dass Gott durch seinen Sohn jetzt auf deiner Seite ist, was du auch immer an Unrecht und Unglück erleben wirst?

Und wenn du nicht zu den Stars gehörst, die immer im Rampenlicht stehen, die Engel kennen deinen Namen. Sie waren dabei, als Gott ihn in sein Buch des Lebens eingetragen hat, und bereiten für dich einen Platz vor, der viel besser ist als die schönste Villa, die Geld auf dieser Erde kaufen kann.

Bist du ein „Aufbauer“, der versucht, sein Leben wieder aufzubauen, oder das Leben deiner Kinder, oder der seinem Nachbarn dabei hilft, oder die Schubkarre geschoben hat bei der Renovierung der Kirche, weil das immer auch Gemeinde­ aufbau ist? Bist du einer, der versucht, die Gemeinde zusammenzuhalten in dieser Zeit? Dann lass dich nicht entmutigen. Du bist es nicht, der baut, Gott ist es. Er will es haben, und er gibt dazu die Kraft und den Mut jeden Tag, und treibt alles zurück, das da gegen ihn arbeiten will.

Und wenn es dunkel wird am Abend, dunkel in deinem Leben, dann komm her zum Sohn Gottes, dass sein Licht für dich immer heller und höher scheinen möge.

II          Und sieh, was sein Licht für dich tut

II.A      Es bringt dir den größten Reichtum in der Welt

Jesaja sieht voraus, dass die Völker mit Geschenken nach Israel kommen werden. Möglich, dass er dabei an die Königin von Saba denkt, vielleicht der heutige Yemen, die selbst unheimlich reich war, aber von Salomos Reichtum so beein­ druckt war, dass sie noch mehr mitbrachte und Gott pries für seine Weisheit.

„Die Schätze der Völker am Meer werden sich zu dir kehren“, „die Menge der Kamele wird dich bedecken“: das heißt, Handel wird nach Israel kommen, über Land und übers Meer. Alles Mögliche von überallher zu importieren, das kann sich nur ein Land leisten, dem es gut geht. Das ist genau der Grund, warum diese alle nach Israel kommen werden: Gottes Volk wird es gut gehen. Warum? Weil Gott selbst in ihm gegenwärtig ist, der selbst das Licht ist.

Aber wenn das Licht in eine dunkle Ecke scheint, dann wird da auch die ganze Unordnung und der Dreck sichtbar, der sich da angesammelt hat. Es gibt Christen, die haben dieses Licht schon lange. Und manche von ihnen wollen nicht immer wieder aufräumen und saubermachen. Und deshalb gucken sie lieber nicht mehr so genau hin, wenn dieses Licht scheint. So wie die Schriftgelehrten in Jerusalem, die den Heiden Gottes Wort sagen und es selbst nicht befolgen. Aber Martin Luther sagt, mit der Sünde ist das wie mit dem Rasieren: Da muss man jeden Tag wieder dran. Dass dieses Licht dann aber auch das eigene Leben hell macht, Hoffnung gibt und ein Ziel, das ist für diese Heiden so wichtig, dass sie keine Angst davor haben, was das alles an Unordnung und Dreck zutage bringen wird. Es kann doch nur besser werden. Es kann doch nur gut werden mit ihnen.

In der ganzen Welt kann man sehen, was Gott Großartiges getan hat. In der Natur und in der Geschichte. Er ist so mächtig, dass auch die, die leugnen, dass es ihn überhaupt gibt, kein Wort gegen ihn sagen könnten, wenn er ihnen nicht einen Mund zum Reden gegeben hätte. Aber weißt du was? Gott kommt nicht zu den Großen, die sich im Rampenlicht sonnen, er kommt zu dir. Dein Freund will er sein, und dieses Jahr alles, was er hat, mit dir teilen, Frieden und Liebe und Glauben und Mut und Kraft und Hoffnung, und das tägliche Brot, und Schutz und Leitung und noch viel mehr. Gibt es irgendeinen größeren Reichtum als das?

II.B      Dieses Licht zeigt dir, dass du eine große Familie um dich herum hast

Aber dass er dir und mir so viel schenkt, heißt nicht, dass es mit der Welt immer besser wird. Der Prophet spricht ja von Finsternis, die die Welt bedeckt, und von dunklen Wolken. Wo das Licht des Evangeliums zu scheinen begeinnt, drehen sich immer auch Menschen weg und geraten tiefer in die Finsternis. Ihre Werke werden schlimmer. Die Technik, die so vielen Menschen hilft, dient auch dazu, um Bomben zu basteln. Das Internet wird benutzt, um Menschen zu Gewalt gegen andere anzustacheln – in manchen Ländern besonders gegen Christen. Und in unserem eigenen Land werden die Menschen weniger, die überhaupt noch wissen, was Gottes Wort zu unserer menschlichen Natur sagt, zur Ordnung der Ehe oder zu dem, was uns nach dem Tod erwartet.

Aber wir sind nicht allein in der Welt. Zu Israel sagt Gott, von überall her wird man seine Söhne und Töchter zusammenbringen. Das meint das geistliche Israel, alle, die Gott erwählt und durch die Taufe berufen hat, auch wenn sie in der ganzen Welt zerstreut leben. Egal, wo du geboren bist, in der Sowjetunion oder in Klein Oesingen, egal ob deine ersten Wörter plattdeutsch waren oder nicht, hier gehörst du hin. In seine Gemeinde und in seine Kirche. Genau wie die weisen Männer haben wir ja nie zu den Juden gehört. Aber hier finden wir alle unseren Retter. Er ist dein Heiland, und der von deinem Bruder oder deiner Schwester in der Gemeinde. Er will, dass in diesem Jahr der eine ein Licht ist für den anderen, das ihm den Weg zeigt, den er mit Gott gehen kann – ob es um Entscheidungen geht, oder darum, dass einer den Weg zurück zu Gott findet.

Aber wir können als Menschen das Licht nur reflektieren, wie ein Schauspieler, auf den der Scheinwerfer gerichtet ist. Das Licht ist Gott allein, dessen Gnade über uns jeden Tag wieder aufgeht und wunderbar strahlt, der uns aufrichtet aus der Dunkelheit unserer Sünde, dass wir gerecht und ohne Tadel vor ihm stehen können. Das ist Gottes wunderbare Versprechen. Ganz wird es erst am Ende der Welt in Erfüllung gehen. Aber dann, sagt der Prophet, wird dein Herz erbeben – ordentlich schlagen vor Freude – und weit werden. So weit, dass viele andere mit darin Platz haben, die sich um dieses Kind von Bethlehem versammeln. AMEN

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne + zum ewigen Leben. Amen.

(Daniel Schmidt, P.)

Lied nach der Predigt: 53

1          Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude;

A und O, Anfang und Ende steht da.

Gottheit und Menschheit vereinen sich beide;

Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah.

Himmel und Erde, erzählets den Heiden:

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.

4          Jesus ist kommen, der König der Ehren;

Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt!

Dieser Beherrscher kann Herzen bekehren;

öffnet ihm Tore und Türen fein bald!

Denkt doch, er will euch die Krone gewähren.

Jesus ist kommen, der König der Ehren.

7          Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden;

komme, wen dürstet, und trinke, wer will!

Holet für euren so giftigen Schaden

Gnade aus dieser unendlichen Füll!

Hier kann das Herze sich laben und baden.

Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden.

8          Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.

Hochgelobt sei der erbarmende Gott,

der uns den Ursprung des Segens gegeben;

dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod.

Selig, die ihm sich beständig ergeben!

Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.

 

Allg. Kirchengebet

Allmächtiger, barmherziger Gott und Vater,

wir danken dir für die Freiheit, dein Wort zu hören. Wir bitten dich für die Kirche und für unsere Gemeinden, gib du uns Geduld füreinander und miteinander, besonders in dieser schwierigen Zeit. Lass uns neu lernen, zu dir zu beten, auf dich zu hören und dir zu vertrauen.

Wir danken dir für den Halt, den uns dein Wort gibt, und bitten dich: Lass es klar verkündigt werden, lass die Hirten und Seelsorger treu ihren Dienst tun für die, die ihnen anvertraut sind.

Wir danken dir, dass die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neue Virus vorankommt, und für alle besonnenen Entscheidungen in der Politik. Wir bitten dich für alle, die von der Corona-Pandemie betroffen sind durch eine Infektion, durch den Verlust von lieben Menschen, durch Einsamkeit, wirtschaftliche Not und Verunsicherung. Wir bitten dich, setze du der Krankheit und ihrer Ausbreitung ein Ende.

Wir danken dir für alle Möglichkeit, die Bildungsarbeit in Schule und Beruf mit vielen Mitteln fortzusetzen. Wir bitten dich für alle Schüler, Auszubildenden und Studenten, dass sie lernen können, was sie zum Leben brauchen.

Wir danken dir für alle Friedensbemühungen zwischen den Völkern und in der Politik. Wir bitten dich, mache du ein Ende, wo Krieg herrscht, Bürgerkrieg oder Vertreibung. Wir bitten dich um einen friedlichen Übergang der Präsidentschaft in den USA.

Wir danken dir für allen Segen durch Freundschaft und Verwandtschaft und untereinander in der Gemeinde. Wir bitten dich: erhalte diese Beziehungen, lass die Verbindung nicht schwächer, sondern stärker werden, die wir gerade jetzt so nötig haben.

Wir danken dir, dass du zusagst, unser Beten zu erhören, und bitten dich, wie dein Sohn Jesus Christus uns gelehrt hat:

Vaterunser

Segen

Der Herr segne uns und behüte uns.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns + und gebe uns Frieden. Amen.

Schlussstrophe: 48

7     Wie bin ich doch so herzlich froh, / daß mein Schatz ist das A und O,

 der Anfang und das Ende. / Er wird mich doch zu seinem Preis

aufnehmen in das Paradeis; / des klopf ich in die Hände.

Amen, Amen, / komm, du schöne / Freudenkrone,

bleib nicht lange; / deiner wart' ich mit Verlangen.

Wochenvers: Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt. (1. Johannes 2,8)

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Die Kollekte sammeln wir an diesem Sonntag für die Lutherische Kirchenmission. Wer mag, kann einen Betrag überweisen oder im Umschlag zurücklegen (Gemeindekonto: Volksbank Hankensbüttel, IBAN DE02 2579 1635 0909 1009 01)