Predigt und Gottesdienstablauf zu Ostern, 4./5. April 2021

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  • Erstellungsdatum 3. April 2021
  • Zuletzt aktualisiert 3. April 2021

Predigt und Gottesdienstablauf zu Ostern, 4./5. April 2021

Eingangslied: Ev.-Luth. Kirchengesangbuch 80,1-4+6

1     Erschienen ist der herrlich Tag, / dran sich niemand gnug freuen mag:

Christ, unser Herr, heut triumphiert, / all sein Feind er gefangen führt. Halleluja.

2     Die alte Schlange, Sünd und Tod, / die Höll, all Jammer, Angst und Not

hat überwunden Jesus Christ, / der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja.

3     Sein' Raub der Tod mußt geben her, / das Leben siegt' und ward ihm Herr,

zerstöret ist nun all sein Macht. / Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja.

4     Die Sonn, die Erd, all Kreatur, / alls, was betrübet war zuvor,

das freut sich heut an diesem Tag, / da der Welt Fürst darniederlag. Halleluja.

5     Drum wir auch billig fröhlich sein, / singen das Halleluja fein

und loben dich, Herr Jesu Christ; / zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja.

 

Gebet

Allmächtiger Gott, du hast durch den Tod deines Sohnes die Sünde und den Tod zunichtegemacht. Wir erkennen in seinem Leiden unsere Schuld, und dass sie uns von dir trennt. Wir bitten dich, weil er auch für uns damit bezahlt hat: Vergib uns.

Du hast durch sein Auferstehen Unschuld und ewiges Leben wiedergebracht: Wir bitten dich, gib uns, das von Herzen zu glauben, dass wir fröhlich und willig in dem neuen Leben leben; dass unser Tun und Reden dir gefällt und dich lobt. Durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

  1. Lesung: 1. Korinther 15,1-10

Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr's festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, daß ihr umsonst gläubig geworden wärt. Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Daß Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und daß er begraben worden ist; und daß er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.

 

Kanon: "Komm und Sing" II,324

Der Herr ist auferstanden, / er ist wahrhaftig auferstanden! / Halleluja, Halleluja!

 

  1. Lesung: 1. Korinther 15,12-19

Wenn aber Christus gepredigt wird, daß er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.

 

Kanon: "Komm und Sing" II,324 Der Herr ist auferstanden ...

 

  1. Lesung: 1. Korinther 15,20-28

Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. Denn er muß herrschen, bis Gott ihm »alle Feinde unter seine Füße legt«. Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. Denn »alles hat er unter seine Füße getan« . Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, daß der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

 

Kanon: "Komm und Sing" II,324 Der Herr ist auferstanden ...

 

  1. Lesung: 1. Korinther 15,51-57

Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muß anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht: »Der Tod ist verschlungen vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?« Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!

 

Nizänisches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingebornen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unsrer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; desen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohne ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat. Und die Eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt. Amen.

 

Predigt zu Markus 16,1-8

Gnade sei mit uns und Friede von Gott unserm Vater und dem Herrn Jesus Christus. + Amen.

Als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, daß der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, daß er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

Es ist Sonntagmorgen. Ostersonntagmorgen! Der Tag, an dem Jesus auferstanden ist. Der größte Tag, das größte Fest im Kirchenjahr, schon bevor zu Ostern freie Tage für alle eingeführt wurden. Der Grund, warum wir überhaupt an allen anderen Sonntagen im Jahr als Gemeinde Gottesdienst feiern.

Und an einem solchen Tag laufen diese Frauen weg! Sie haben Angst. Und Grund dazu haben sie. Wir haben die ganze Passionszeit hindurch gehört, wie unser Herr immer tiefer in das Leiden und die Finsternis hineingeht, und was sie mit ihm machen in Gethsemane und vor dem Hohen Rat und bei Pilatus und Herodes und auf Golgatha. Wenn man das liest und hört, könnte man tatsächlich daran denken, wegzulaufen – wenn nicht, ja wenn nicht in den Evangelien das Licht des Ostermorgens da schon immer durchscheinen würde.

Aber warum haben diese Frauen Angst? Zwei Tage vorher ist Jesus gestorben. Einen furchtbaren Tod. In furchtbarer Schande. Und jetzt kommen sie und wollen seinen toten Körper noch einmal einreiben mit Salben und Kräutern, die den Geruch des Todes überdecken. So, wie sie es vielleicht beim Tod ihrer Großeltern oder eines Nachbarn erlebt haben. Nur noch viel mehr, denn sie haben Jesus sehr, sehr lieb gehabt. Am Freitag konnten sie das nicht mehr tun, weil da schon die Sonne am Untergehen war, weil damit der Ruhetag anfing, an dem man solche Arbeit nicht tun durfte. Das hat ihnen den ganzen Sabbath hindurch keine Ruhe gelassen. So kommen sie jetzt, so früh wie es geht, mit der ersten schwachen Morgendämmerung. Ja, diese Liebe treibt sie an den Ort, wo er begraben ist. Aber sie haben dabei auch viel Angst. Denn sie wissen, sie finden dort den Tod. Und wer zum Friedhof geht, der wird zugleich an seinen eigenen Tod erinnert. Aber für sie kommt noch etwas dazu, und das ist noch furchtbarer: Jesus ist den Tod eines Menschen gestorben, der von Gott verworfen worden ist wegen seiner Sünde.

Viele von uns haben im Unterricht die 10 Gebote gelernt, oder wissen doch ungefähr, dass Gott da zu uns sagt, „du sollst“ und „du sollst nicht“. Damit hält er uns einen Spiegel vor. Wenn wir da reingucken, sehen wir, dass unser Ist-Zustand nicht dem Soll-Zustand entspricht, wie sie ihn für ein Kind Gottes beschreiben. Wir sehen, dass wir es nicht verdient haben, Kinder Gottes zu heißen; ja, dass wir vielmehr verdienen, von Gott getrennt zu sein für immer.

Aber die Frauen hatten auch gehört, was Jesus am Kreuz gesagt hat. Sie waren ja außer Johannes die einzigen von seinen Freunden, die bei ihm geblieben sind am Karfreitag. Und sie haben ihn beten gehört. Beten – einer, der von Gott verworfen worden ist?! Ja! “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?!” Sie mögen gedacht haben, dass das ein letzter Verzweiflungsschrei war. Und es ist wahr, dass er von Gott verlassen war. Gottes Wort sagt, er ist für uns zur Sünde gemacht worden, und Sünde kann nicht da sein, wo Gott ist. Aber in seinem Ster­ ben, in dieser letzten Finsternis, getrennt von Gott, als Gott selbst da sterbend am Kreuz hing, da hat er immer noch am Vater festgehalten und gesagt: “Mein Gott!”

Gerade so, wie er uns zu beten gelehrt hat im Vaterunser, dass wir als sündige Menschen sagen können, ja sagen sollen, “Unser Vater!” Und beten, “Vergib uns unsere Schuld, wo wir von deinem Weg abgekommen sind und gegen deinen Willen gelebt haben. Weil dein Sohn um unseretwillen von dir verstoßen worden ist, verstoße uns nicht, hier und in Ewigkeit, und verwirf nicht unser Gebet, sondern erlöse uns von dem Bösen” – ja, erlöse uns von dem, der an dem Karfreitagabend seinen Sieg laut gefeiert hat, denn er hatte ja über Gott gewonnen, Gottes Sohn war tot! Ja, er hatte alles erreicht, was er versucht hatte, hatte die religiösen Anführer gekonnt beeinflusst und die Volksmenge, und hatte die Feindschaft und Ablehnung gegen Jesus drei Jahre lang geschickt geschürt. Und dann war er zu seinem tödlichen Schlag genau in dem Moment angetreten, als die Menge in Jerusalem Jesus diesen improvisierten, aber jubelnden Empfang bereitete.

Die Gegenwart dieses Bösen, die fühlten die Frauen nirgendwo mehr als auf ihrem Weg zum Grab, als das Licht der aufgehenden Sonne noch kaum in die dunkle Nacht drang. Wenn sie logisch überlegt hätten, wären sie zuhause geblieben. Es war gefährlich, jetzt rauszugehen. Und sie konnten sowieso nicht in die Grabkammer hinein. Da war ja der große Rollstein davor. Das würde zwei kräftige Männer brauchen, den in seiner Felsrinne bergauf zu rollen und zu blockieren, damit der Eingang frei wird. Aber sie sind angetrieben von ihrer Liebe. Und Liebe ist keine Kopfsache. Auf kleine, menschliche Weise halten sie auch an ihrem Gott fest, der da begraben ist, gegen alle Hoffnung und gegen alle Logik.

Und dann sehen sie es: Die Höhle ist offen. Der große Stein steht nicht mehr davor. Da bekommen sie wirklich Angst. Sollten ein paar von denen, die am Freitag so über Jesus gespottet haben, gekommen sein, um seine Grabruhe zu stören? Wollten sie seine Leiche schänden? Warten sie vielleicht darauf, dass seine Jünger aus ihrem Versteck kommen, damit sie mit ihnen genauso verfahren können?

Da dringt mit einem Mal eine Stimme aus diesem dunklen Ort des Todes – in dem plötzlich ein Licht scheint, eine Lichtgestalt, die direkt aus der Gegenwart Gottes zu kommen scheint. Die Stimme redet sie an: “Ihr sucht Jesus, der gekreuzigt worden ist, den, der in Nazareth aufgewachsen ist. Ihr seid am falschen Ort. Hier bei den Toten werdet ihr ihn nicht finden. Geht zu Petrus – dem, der oft für alle Jünger gesprochen und gehandelt hat –, und zu den anderen und sagt ihnen, dass er sie in Galiläa treffen wird; da, wo er sie am Anfang zu seinen Jüngern berufen hat, genau wie er es euch gesagt hat.“

Aber wie kann das sein? Wie kann er sie treffen, wenn er tot ist? Wie kann er nach seinem Tod etwas erfüllen, was er vorher gesagt hat? Die Frauen sind völlig durcheinander. Und jetzt schlägt die Angst über ihnen zusammen. Sie laufen weg, weg von diesem Ort der Angst.

Liebe Gemeinde, wenn wir Jesus unter den Toten suchen, dann haben wir genauso viel Grund zur Angst. Wenn wir ihn für einen guten Menschen halten, den Gründer einer der größten Religionen der Welt, aber einen, der vor langer Zeit gelebt hat und tot ist, der von uns gegangen ist wie Luther und Zwingli und Calvin und Louis Harms und Johannes XXIII – dann ist unser Heiland tot. Ja, noch schlimmer: dann ist er nicht nur das Opfer der Verhältnisse und Strukturen geworden, dann war er ein Scharlatan, ein religiöser Betrüger! Ja, wenn wir Jesus unter den Toten einordnen, selbst mit großer Liebe und mit der besten Absicht, dass wir jetzt für ihn alles tun wollen, was wir können, dann suchen wir ihn an der falschen Stelle. Denn dort werden wir ihn nicht finden.

Aber der Engel sagt – und das ist das Osterevangelium! –, sie werden den Herrn treffen, das heißt ihn sehen und hören, persönlich und lebendig! Genau so, wie er gesagt hat – ja, denn er hat ja seine Auferstehung von den Toten angekündigt, ja, selbst vor ihm im Alten Testament war schon lange davon die Rede gewesen, wenn auch in einer verhüllten Weise.

Liebe Brüder und Schwestern, als die Frauen das hören, da mag wohl der erste Hoffnungsstrahl seinen Weg in ihre Herzen finden. Sie hatten Angst. Zu hören, dass einer, den man begraben hat, zurückkommt, ist ja schon genug Grund zur Angst! Aber vielleicht fühlen sie jetzt noch eine andere Angst aufkeimen, jetzt, wo plötzlich der kleine Anfang einer Hoffnung da ist, dass das, was der Engel sagt, wahr ist, und da kommt die neue Angst in ihr Herz, dass es doch nur eine Einbildung sein könnte.

Als du getauft wurdest, lieber Christ, da hat Gott diesen ersten Hoffnungsstrahl in dein Herz geschickt. Da hat er zu dir gesagt: “Guck, ich lebe, ich bin dein Heiland, ich habe die Sünde und den Tod und den Teufel für dich überwunden, und du sollst auch leben.” Und du magst von deinen Eltern oder von der Gemeinde oder im Konfirmanden­ unterricht gelernt haben, ihn unter den Lebenden zu suchen, zu glauben, dass er heute hier ist, und im Gebet mit ihm zu reden. Und zugleich mag da doch auch bei dir immer wieder Zweifel und vielleicht auch manchmal Angst stecken – die Angst, dass es vielleicht am Ende doch alles nicht wahr ist, nicht wirklich; dass das Gefühl recht hat, das du manchmal haben magst, dass das doch nicht so eine Wirklichkeit ist wie die Alltagswirklichkeit, in der du lebst.

Aber siehst du, die Frauen sind zurückgelaufen zu den Jüngern. Wenig später sehen wir, wie Petrus und Johannes zum Grab gerannt kommen. Und sie bekommen dieselbe Botschaft. Maria Magdalena trifft auf ihn nicht weit weg von dieser Höhle. Sie sieht, dass der, der da zu ihr spricht, nicht ein Geist ist, sondern er selbst, mit den Wunden in seinen Händen und Füßen, dass er also “leibt und lebt”. Aber keiner von ihnen glaubt dem anderen, was sie gesehen und gehört haben. Ausgedacht haben sie sich das alles nicht, das wissen sie, dann würden sie ja diese Geschichte selbst als erste glauben. Im Gegenteil, sie glauben ja nicht einmal ihren eigenen Augen und Ohren – und genau das macht es noch unbegreiflicher!

Aber an ihrer Angst und Verwirrung lernen wir etwas ganz Wichtiges: Unser Glaube ist nicht einfach eine Tradition, an die Menschen schon lange geglaubt haben, und an der eine kleine Prozentzahl in unserem Land irgendwie bis heute festhält. Er ist auch nicht das Ergebnis unseres Nachdenkens über Gott (oder die Welt). Der christliche Glaube kann nur von außen zustande kommen; da, wo ein Mensch Gottes Wort hört, wie die Frauen hier das Wort des Engels hören. In deiner Taufe hat Gott dich bei deinem Namen gerufen, hat von außen in dein Leben eingegriffen. Da bist du neu geboren worden durch Wasser und den heiligen Geist. Da hat er dir neues Leben gegeben, wie wir es äußerlich damit bekennen, dass wir uns in der Kirche vor dem Taufstein zum Gottesdienst versammeln. Und damit hat das Unmögliche, das eigentlich Unglaubliche begonnen: So wie Jesus, der gestorben war, wieder auferstanden ist, so bist du als sündiger Mensch zu einem neuen Leben auferstanden, dass du mit Gott lebst.

Es gibt deshalb eine ganz enge Verbindung zwischen der Taufe und dem Oster­ morgen. Deshalb war die Osternacht in der alten Kirche ein wichtiger Tauftermin, und wo sie heute gefeiert wird, wird auch von der Gemeinde die Lossagung vom Teufel neu bekannt, die zur Taufe gehört. Die Auferweckung des Sohnes durch den Vater ist die Bestätigung, dass der Vater sein Opfer angenommen hat. Ja, Ostern ist die Bestätigung und Befestigung unseres Glaubens an dieses Opfer, dass es für alle unsere Sünde und für immer genug ist. Dass er seinen Leib am Kreuz für uns gegeben hat und sein Blut vergossen, damit wir leben!

Die Jünger hatten gehofft, dass es für solche Sünder wie sie Hoffnung gab. Hoffnung über das Grab hinaus. Sie waren drei Jahre lang bei dem Herrn im Unterricht gewesen. Aber sie haben eigentlich erst am Abend dieses ersten Oster­ tages angefangen zu begreifen, wie groß diese Hoffnung wirklich ist, und wie groß sein Sieg ist. Und sie haben das noch lange weiter zu lernen gehabt, bis zum Pfingsttag sieben Wochen danach, und bis zu ihrem letzten Tag auf dieser Erde. Eine Lektion viel mehr für's Herz als für den Kopf. Eine Lektion, die man nur da lernen kann, wo der lebendige Herr unter uns ist: in seinem Wort, in seiner Gemeinde, und – Gott geb's, dass wir's bald wieder miteinander erleben, – an seinem Altar, wo er sich uns schenkt mit seinem Leib und Blut, wo sein neues Leben unser neues Leben wird. Auch das ist etwas, was wir mit unserem Verstand nie völlig begreifen werden. Aber wo wir ihn dort suchen, da werden wir auch wachsen im Glauben an seine Auferstehung, und in der Liebe und in dem neuen Leben mit ihm. Aus Berlin habe ich in der vergangenen Woche gehört, sie hoffen, dass die Inzidenzzahl unter 200 bleibt, damit die öffentlichen Gottesdienste zu Ostern weiterhin erlaubt bleiben. Von jemand anders kam ein Foto mit einer Felsenhöhle und einem weggerollten Stein mit den Worten: „Das mit der Ausgangssperre zu Ostern hat noch nie funktioniert.“ Der Tod hat Jesus nicht einsperren können, und unsere Hoffnung kann auch niemand einsperren. Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden! Amen.                                                                                                                              (Daniel Schmidt, P.)

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus zum ewigen Leben. Amen.       

 

Lied nach der Predigt: "Komm und Sing" III,518

Refr.           Jesus lebt – auferweckt, staunend steh ich vor dem Wunder.

Jesus lebt – Hoffnung wächst für diese Welt.

Jesus lebt – ausgelöscht: meine Schuld durch seine Liebe;

Jesus lebt, ja er lebt, und mit ihm auch ich.

1     Am dritten Tag ließ Gott verkünden, / dass Unglaubliches geschah:

Einer konnte überwinden, / was aller Menschen Schicksal war.

Auferstanden in ein Leben, / das am Tod nicht mehr zerbricht,

hat Christus uns den Sieg gegeben; / das Dunkel weicht dem Osterlicht.

Refr. Jesus lebt – auferweckt ...

2     Wir finden unser Leben in dem, / der sein Leben für uns gab,

als er verletzt an Leib und Seele / am Kreuz für unsre Sünde starb.

Wir legen unser Leben / in die Hand, die uns im Leiden hält

und alle Tränen abwischt, / wenn wir auferstehn in jener Welt.

Refr. Jesus lebt – auferweckt ...

 

Allg. Kirchengebet

Der Herr ist auferstanden. Dem Tode ist die Macht genommen. Auch wir sollen teilhaben am Sieg des Ewigen Lebens. Lasst uns Gott dafür danken und darum beten, dass dieses neue Leben alles durchdringe und erneuere.

Der Auferstandene sagt uns zu: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Wir bitten für die Einsamen, dass sie Zuwendung erfahren. Wir bitten für die, denen die Nähe anderer Menschen zur Belastung wird, dass sie Orte der Ruhe und Liebe zu den Menschen finden. Wir bitten für die Erschöpften, dass sie Erholung finden und Kraft für die Aufgaben, die vor ihnen liegen. Niemand lebt für sich allein, niemand stirbt für sich allein. Ob wir leben oder sterben, sind wir ganz dein. Wir bitten: Herr, erbarme dich.

Der Auferstandene sagt zu uns: Fürchte dich nicht.

Wir bitten dich für die, die in diesen Tagen dem Tod begegnen, weil sie liebe Menschen verloren haben, selbst an Leib und Leben bedroht sind oder sich um Menschen mühen, deren Leben bedroht ist, schenke ihnen die Gewissheit, dass du stärker bist als der Tod und niemanden verloren gibst.

Wir bitten dich für die Suchenden, dass sie dich finden. Schenke ihnen Menschen, die mit ihnen auf dem Weg sind und auf dich weisen. Wir bitten dich für die, die in öffentlichen Institutionen, Betrieben oder Familien schwere Entscheidungen zu treffen oder Lasten zu tragen haben, dass sie die Hoffnung nicht verlieren, sondern Weisheit und Kraft für die richtigen Entscheidungen finden.

Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wir bitten: Herr, erbarme dich.

Die Botschaft der Auferstehung bringt Licht in alle Dunkelheiten unseres Lebens. Wir bitten dich für alle, die von Not, Krieg, Krankheit oder Obdachlosigkeit betroffen sind. Für die, die keine Heimat haben oder Hunger leiden. Öffne unsere Herzen und Hände zu Taten selbstloser Liebe. Und gib allen Menschen Menschen, die ihnen zur Seite stehen. Wir bitten für unser Land und die Menschen in der ganzen Welt, heile uns von den Krankheiten, die uns bedrohen.

Wir bitten dich für uns und die Menschen, die uns besonders am Herzen liegen, halte sie und uns in deiner Hand, und geleite uns auf unseren Wegen. Wir bitten: Herr, erbarme dich.

Für all die Genannten und für alle, die uns am Herzen liegen, bitten wir dich: Bleib bei uns in deiner Gnade; und sei uns barmherzig in deiner Geduld und Güte.

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name, / dein Reich komme, / dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute. / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. / Und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

 

Segen

Der Herr segne uns und behüte uns.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.

 

Schlusslied: Ev.-Luth. Kirchengesangbuch 82

1     Wir wollen alle fröhlich sein / in dieser österlichen Zeit,

denn unser Heil hat Gott bereit'.

                   Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,

gelobet sei Christus, Marien Sohn.

2     Es ist erstanden Jesus Christ, / der an dem Kreuz gestorben ist,

dem sei Lob, Ehr zu aller Frist.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,

gelobet sei Christus, Marien Sohn.

3     Er hat zerstört der Höllen Pfort / und all die Sein' herausgeführt

und uns erlöst vom ewigen Tod.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,

gelobet sei Christus, Marien Sohn.

 

4     Wir singen alle Lob und Preis / dem ein'gen Gottessohne weis',

der uns erkauft das Paradeis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,

gelobet sei Christus, Marien Sohn.

5     Es freu sich alle Christenheit / und lobe die Dreifaltigkeit,

von nun an bis in Ewigkeit.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,

gelobet sei Christus, Marien Sohn.

 

*   *   *   *   *   *   *

Wir legen heute die Kollekte für die Lutherische Kichenmission zusammen.

Wochenvers: „Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ (Offenbarung 1,18)