Gottesdienstablauf und Predigt zum Karfreitag, 2.4.2021 (Jes. 53)

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  • Zuletzt aktualisiert 1. April 2021

Gottesdienstablauf und Predigt zum Karfreitag, 2.4.2021 (Jes. 53)

Eingangslied: 61

1     Wenn meine Sünd' mich kränken,

o mein Herr Jesu Christ,

so laß mich wohl bedenken,

wie du gestorben bist

und alle meine Schuldenlast

am Stamm des heilgen Kreuzes

auf dich genommen hast.

 

3     Was kann mir denn nun schaden

der Sünden große Zahl?

Ich bin bei Gott in Gnaden,

die Schuld ist allzumal

bezahlt durch Christi teures Blut

daß ich nicht mehr darf fürchten

der Hölle Qual und Glut.

 

6     Mein Kreuz und meine Plagen,

sollt's auch sein Schmach und Spott,

hilf mir geduldig tragen,

gib, o mein Herr und Gott,

daß ich verleugne diese Welt

und folge dem Exempel,

das du mir vorgestellt.

2     O Wunder ohne Maßen,

wenn man's betrachtet recht:

es hat sich martern lassen

der Herr für seinen Knecht;

es hat sich selbst der wahre Gott

für mich verlornen Menschen

gegeben in den Tod.

 

4     Drum sag ich dir von Herzen

jetzt und mein Leben lang

für deine Pein und Schmerzen,

o Jesu, Lob und Dank,

für deine Not und Angstgeschrei,

für dein unschuldig Sterben,

für deine Lieb und Treu.

 

Introitus

Siehe, das ist Gottes Lamm,

welches der Welt Sünde trägt.

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.

Ich bin ein Wurm und kein Mensch,

ein Spott der Leute und verachtet vom Volke.

Alle, die mich sehen, verspotten mich,

schütteln den Kopf und sperren das Maul auf:

„Er klage es dem Herrn, der helfe ihm heraus

und rette ihn, hat er an ihm Gefallen.“

Sie teilen unter sich meine Kleider

und werfen um mein Gewand das Los.

Aber du, Herr, sei nicht ferne;

meine Stärke, eile, mir zu helfen!                                                                                                       (aus Psalm 22)

 

Gebet

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast deinen Sohn die Qual des Kreuzes leiden lassen, um uns der Gewalt des Bösen zu entreißen. Lass uns das Gedächtnis seines Leidens dankbar begehen, und durch sein Sterben Vergebung der Sünden und Erlösung vom ewigen Tod erlangen, durch ihn, unsern Herrn und Heiland Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Die Epistellesung zum Karfreitag steht im 2. Korintherbrief imk 5. Kapitel:

Wir sind überzeugt, daß, wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Darum kennen wir von nun an niemanden mehr nach dem Fleisch; und auch wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt so nicht mehr. Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. Aber das alles von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.                                                (2. Kor. 5,14-21)

 

Lied

1     So gehst du nun, mein Jesu, hin, / den Tod für mich zu leiden,

für mich, der ich ein Sünder bin, / der dich betrübt in Freuden.

Wohlan! Fahrt fort, du edler Hort, / mein Augen sollen fließen

ein Tränensee, mit Ach und Weh / dein Leiden zu begießen.

 

5     Was kann für solche Liebe dir, Herr Jesu, ich wohl geben?

Ich weiß und finde nichts an mir, / doch will, weil ich were leben,

mich Liebster, dir hier nach Gebühr / zu dienen ganz verschreiben,

auch nach der Zeit in Ewigkeit / dein Diener sein und bleiben.

(aus einem Liederbuch von Schemelli)

 

Das Evangelium steht bei Johannes im 19. Kapitel:

Da überantwortete Pilatus ihnen Jesus, daß er gekreuzigt würde. Sie nahmen ihn aber, und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf hebräisch Golgatha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden. Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern, daß er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Laßt uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt: »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten. Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebhatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und steckten ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den Mund. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und neigte das Haupt und verschied.

(Joh. 19,16-30)

 

Lied

1     So gibst du nun mein Jesu, gute Nacht!

So stirbst du denn, mein allerliebstes Leben?

Ja, du bist hin, dein Leiden ist vollbracht.

Mein Gott ist tot, sein Geist ist aufgegeben,

mein Gott ist tot, sein Geist ist aufgegeben.

 

2     Mein Schatz ist hin, den meine Seele liebt;

der neigt sein Haupt, dem sich der Himmel bücket!

Der mir und aller Welt das Leben gibt,

wird von dem Tod ins finstre Grab gedrücket,

wird von dem Tod ins finstre Grab gedrücket.

 

4     Ach traurt mit mir! Ach seht, der Held im Streit,

des Vaters Wort, die Zuflucht aller Frommen,

der Menschen Heil, der Herr der Herrlichkeit,

der Lebensfürst ist schmählich umgekommen,

der Lebensfürst ist schmählich umgekommen.

(aus einem Liederbuch von Schemelli)

 

Predigt: Jesaja 53,2-11 (in Auszügen)

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes + sei mit uns allen. Amen.

Liebe Freunde der Immanuelsgemeinde, liebe Gemeindeglieder, liebe Internet-Nutzer,

vor Jahren haben mich ein paar Freunde vor Ostern nach München mitgenommen. Wir wollten Fastenbier probieren und natürlich etwas von der Stadt sehen. Dabei kam ich in eine der alten Kirchen in München. An der Seite des Kirchenschiffs war eine „Passionskrippe“ aufgebaut, ganz ähnlich wie bayerische Weihnachtskrippen, mit vielen Personen und vielen Einzelheiten. Eine ältere Frau stand davor, einen Jungen an der Hand. Der guckte sich das an. Und dann zeigte er auf das Kreuz und fragte: Warum hängt der da? Seiner Oma war die Frage offenbar unan­genehm. Vielleicht wusste sie nicht, was sie antworten sollte. Vielleicht war ihr das zu brutal, ihrem Enkel zu sagen, dass da ein Mensch öffentlich getötet wird. Sie guckte einen Moment und dann zeigte sie auf einen Mann mit einer Leiter über der Schulter und sagte: Siehst du, da kommt schon einer und holt ihn runter.

Warum hängt der da? Wir haben in unseren Passionsandachten dieses Jahr gehört, wie Jesus den Weg ans Kreuz geht. Er hat Gottes Wort gelehrt, hat Menschen gesagt, wie ihr Vater im Himmel ist, wie sie vor ihm dastehen in ihren Sünden. Aber als die Nacht zum Karfreitag kommt, wird er still. – Er hat sie gewarnt, dass sich jeder vor Gott, seinem Richter, stehen muss. Aber er selbst hat sich richten lassen von Menschen. – Er hat andere gesund gemacht, die unheilbar krank waren. Aber er lässt sich schwer verwunden unter der Folter im Hof des Pilatus, die mancher Verurteilte damals nicht überlebt hat. – Er hat mindestens drei Menschen, die gestorben waren, das Leben wiedergegeben. Aber er selbst lässt sich das Leben nehmen.

Warum hängt der da? Der Junge dort in München hat die richtige Frage gestellt. Die erste Antwort ist: Weil Jesus Ja gesagt hat zu dem Auftrag, mit dem der Vater ihn geschickt hat. Deshalb hat er das geschehen lassen.

Die zweite Antwort finden wir in erstaunlicher Klarheit viele Jahrhunderte vorher im Buch des Propheten Jesaja. Es ist viel darüber diskutiert worden, von wem da im 52. und 53. Kapitel die Rede ist. Aber für uns, die wir die Berichte von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes haben, ist es wie eine Beschreibung dieser Stunden dort auf Golgatha, noch eindringlicher als in dem Modell mit allen Einzelheiten, die der Modellbauer einbringen konnte.

Mir kommt das vor, als ob da einer spricht, der an dem Freitag in Jerusalem dabei war: er hatte keine Gestalt und Hoheit. Vielleicht hatte der oder die schon an der Straße gestanden, als Jesus 5 Tage vorher in Jerusalem einzog. Jung, kräftig, mit einer stillen Autorität und einer großen Güte, auch wenn er gar nicht nach einem echten König aussah. Aber als die Soldaten ihn aus dem Hof des Pilatus raustreiben, den schweren Querbalken des Kreuzes auf den Schultern, der Rücken aufgerissen und blutig, die Dornenkrone in die Stirn gedrückt, da sieht das anders aus: Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte.

Undenkbar, dass dem noch vor kurzem die Massen zugelaufen waren. Einer von drei verurteilten Verbrechern, den die Schaulustigen anspucken, den die Jungen mit Dreck bewerfen: Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit.

Dann bricht er unter seinen Wunden und Schmerzen zusammen. Wer an ihn geglaubt hat oder wer noch ein bisschen Mitleid hat wie die Frauen am Weg, die über ihn weinen, der zieht ein Tuch vors Gesicht, weil er das nicht mit ansehen konnte: Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.

Wer nicht an ihn glaubt, der kann nur sagen: Was für ein brutales Ende dort am Kreuz. Schicksal, oder höhere Gewalt. Da war's wohl nichts mit dem Glauben, den er verbreitet hat.

Aber jetzt kommt die Stimme des Glaubens wie von einem, der am Pfingsttag die Predigt des Petrus gehört hat, der vielleicht an dem Tag oder etwas später zur Taufe kommt:

Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen.

Liebe Schwestern und Brüder, was für eine tröstliche Botschaft am Ende der Passionszeit. In allem, was wir vom Leiden Jesu in den letzten Wochen gehört haben, bringt uns Jesaja jetzt diesen Trost:

Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.

Ich weiß ein bisschen was von dem, was einige hier im Ort in den letzten Tagen durchmachen, nach drei schweren Unfällen in einer Woche. Ich weiß von einem oder zweien unter uns, die schwerkrank sind und diese Frage nicht loswerden: Wo ist Gott in meiner Not? Da ist er, liebe Schwester, lieber Bruder, da, am Kreuz. Da leidet er auch unter deiner Not. Damit er da ist, wo du in Not kommst.

Und dass das kein tragisches Versagen ist – vom römischen Recht oder der Justiz im alten Israel oder von Jesus selbst – hören wir in den nächsten Worten. Willig hat Jesus gelitten, aus freiem Willen wie jemand, der sich eine Niere entnehmen lässt, um sie seiner Schwester zu spenden, der nicht klagt vor der Operation und hinterher nichts von den Schmerzen sagt, weil er weiß, das rettet ihr das Leben. Bei Jesaja wird das mit einer Erfahrung beschrieben, die er selbst kennt:

Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf.

Das ist der Unterschied zwischen einer Ziege und einem Schaf. Die Ziege ist schlau. Von dem Moment an, wo sie zum Schlachten angebunden wird, schreit sie, immer wieder. Eine Schaf aber wird still. Seit Mose, seit Salomo denkt jeder in Israel da an das tägliche Opfer eines Lammes im Tempel, morgens und abends, und an die Lämmer, die für das Passahfest geschlachtet werden. So wie an dem Freitag im Tempel, als Jesus auf dem Hügel vor der Stadt am Kreuz hängt.

Ja, er wird zum Opfer für dich. Wie ein Leibwächter, der sich mit seinem Körper vor den Attentäter wirft, und den rettet, den er schützen soll. Deshalb ist Jesus bis zuletzt am Kreuz geblieben, deshalb ist er nicht aus der Angriffslinie des Feindes gegangen. Deshalb hat ihn der Mann mit der Leiter erst runtergeholt, als er gestorben war.

Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und des HERRN Plan wird durch seine Hand gelingen.

„Good Friday“ heißt der Karfreitag auf Englisch. Das macht ihn gut, dass Gottes Plan hier gelingt. Denn da verliert der alte Feind das Argument, mit dem er uns so zusetzen will. Dass deine Not keine Strafe von Gott mehr ist, siehst du hier: Denn die Strafe liegt auf ihm. Und dass der Feind dir mit deiner Schuld keine Angst mehr machen kann, wenn du damit zum Kreuz kommst, siehst du hier auch: Denn die Schuld liegt auf Gottes Sohn. Wie der Vater im Himmel es lange vorher durch den Propheten gesagt hat: Mein Knecht, der Gerechte, wird den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden.

Und noch etwas lässt dir der Prophet sagen, über mehr als zweieinhalb tausend Jahre hinweg: Du bist ein Teil von Gottes Plan. Der, der da zum Opfer wird, wird Nachkommen haben. Das meint dich und mich und alle, die in sein Sterben und Auferstehen hineingetauft sind, die so seine Brüder und Schwestern geworden sind.

Und er wird in die Länge leben. Das meint das, was er nach seiner Auferste­hung gesagt hat: „Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.“ Seit dem Karfreitag sind du und ich nicht mehr allein mit dem Bösen in der Welt, mit dem, was unser Leben, unsere Gesundheit und unseren Glauben bedroht. Wir sind auch nicht mehr allein mit dem, was an bösem Zunder noch in uns steckt und mit dem wir selbst nicht fertigwerden. Unsere Schuld ist bezahlt. Unsere Sünde ist vergeben. Unseren ewigen Tod ist er gestorben. Ja, es ist vollbracht. Es fehlt nichts mehr zu unserer Rettung.

Am Ende des Schöpfungsberichts heißt es: „Gott vollendete am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.“ So sagt uns der Mann mit der Leiter, der Jesus nach seinem Tod herunterholt, damit er begraben wird: Gott hat am Kreuz sein Werk der Erlösung vollendet und ruhte am siebten Tag von seinem Werk. Und siehe, es war sehr gut!“ Amen.                                                                                                                                                                                                            (Daniel Schmidt, P.)

 

Offene Schuld

Wir bekennen vor Gott, dass wir gesündigt haben mit Gedanken, Worten und Werken, auch aus eigener Kraft uns von unserm sündigen Wesen nicht erlösen können. Darum nehmen wir Zuflucht zu der unergründlichen Barmherzigkeit Gottes, unsers himmlischen Vaters, begehren Gnade um Christi willen und sprechen: Gott sei mir Sünder gnädig.

Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er vergebe uns unserer Sünde und führe uns zum ewigen Leben. Amen.

Der allmächtige, barmherzige Gott hat sich unser erbarmt, seinen eigenen Sohn für unsere Sünde in den Tod gegeben und um seinetweillen uns verziehen; auch allen denen, die an seinen Namen glauben, Macht gegeben, Gottes Kinder zu werden, und ihnen seinen heiligen Geist verheißen. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden. Das verleihe Gott uns allen. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

 

Lied nach der Predigt: 62

1     Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld / der Welt und ihrer Kinder;

es geht und büßet in Geduld / die Sünden aller Sünder;

es geht dahin, wird matt und krank, / ergibt sich auf die Würgebank,

entsaget allen Freuden,

es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, / Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod

und spricht: “Ich wills gern leiden.”

 

2     Das Lämmlein ist der große Freund / und Heiland meiner Seelen.

Den, den hat Gott zum Sündenfeind / und Sühner wollen wählen:
“Geh hin, mein Kind, und nimm dich an / der Kinder, die ich ausgetan

zur Straf und Zornesruten;

die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, / du kannst und sollst sie machen los

durch Sterben und durch Bluten.”

 

3     “Ja, Vater, ja von Herzensgrund, / leg auf, ich will dirs tragen;

mein Wollen hängt an deinem Mund, / mein Wirken ist dein Sagen.”

O Wunderlieb, o Liebesmacht,

du kannst – was nie kein Mensch gedacht – / Gott seinen Sohn abzwingen.

O Liebe, Liebe, du bist stark, / du streckest den in Grab und Sarg,

vor dem die Felsen springen.

 

4     Mein Lebetage will ich dich / aus meinem Sinn nicht lassen,

dich will ich stets, gleich wie du mich, / mit Liebesarmen fassen.

Du sollst sein meines Herzens Licht, / und wenn mein Herz in Stücke bricht,

sollst du mein Herze bleiben;

Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, / hiermit zu deinem Eigentum

beständiglich verschreiben.

 

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name, / dein Reich komme, / dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden. / Unser tägliches Brot gibt uns heute. / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. / Und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

Der Herr segne uns und behüte uns.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns + und gebe uns seinen Frieden. Amen.

 

 

Schlusslied: „O Lamb of God“ (O Lamm Gottes)

 

+   +   +

 

Wir sammeln die Kollekte zum Karfreitag für die Aufgaben und Verpflichtungen der Immanuelsgemeinde.

Die Videoaufnahme zum Ostergottesdienst ist rechtzeitig vorher bei YouTube zu finden.

Spruch des Tages: „Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Joh. 3,16)