Gottesdienst zum 3.1.2021

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  • Erstellungsdatum 2. Januar 2021
  • Zuletzt aktualisiert 2. Januar 2021

Gottesdienst zum 3.1.2021

Wer möchte, mag für den Gottesdienst zuhause eine Kerze anzünden

und das Gesangbuch bereitlegen. - Der Gottesdienst ist auch als Video-Aufnahme im Internet zu finden

(YouTube - „SELK Immanuel – Groß Oesingen“).

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Eingangslied: 420,1+3-4

Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, / kann unsre Nacht nicht traurig sein.

 

1     Der immer schon uns nahe war, / stellt sich als Mensch den Menschen dar.

Weil Gott in tiefster Nacht erschienen …

 

3     Er sieht den Leben unverhüllt, /    zeigt dir zugleich dein neues Bild.

Weil Gott in tiefster Nacht erschienen …

 

4     Nimm an des Christus' Freundlichkeit, / trag seinen Frieden in die Zeit.

Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, / kann unsre Nacht nicht endlos sein.

 

Eingangsgebet

Herr, unser Gott, wir loben und preisen dich, daß du uns auch heute deine Freudenbotschaft ausrichten läßt. Lass uns deine Gnade erfahren, vergib uns alle Schuld, öffne unsere Ohren und sammle unsere zerstreuten Gedanken, damit wir dein Wort recht hören und im Herzen bewahren. Präge unser Denken und Tun durch deinen Willen. Darum bitten wir im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. Amen.

 

Lesung aus dem Alten Testament: Jesaja 61,1-3+8-10

Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, daß sie frei und ledig sein sollen; zu verkündigen ein gnädiges Jahr des HERRN und einen Tag der Vergeltung unsres Gottes, zu trösten alle Trauernden, zu schaffen den Trauernden zu Zion, daß ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauerkleid, Lobgesang statt eines betrübten Geistes gegeben werden, daß sie genannt werden »Bäume der Gerechtigkeit«, »Pflanzung des HERRN«, ihm zum Preise. ...

Denn ich bin der HERR, der das Recht liebt und Raub und Unrecht haßt; ich will ihnen den Lohn in Treue geben und einen ewigen Bund mit ihnen schließen. Und man soll ihr Geschlecht kennen unter den Heiden und ihre Nachkommen unter den Völkern, daß, wer sie sehen wird, erkennen soll, daß sie ein Geschlecht sind, gesegnet vom HERRN.

Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt.

 

Hauptlied: 50,1+6

1     O Jesu Christe, wahres Licht, / erleuchte, die dich kennen nicht,

und bringe sie zu deiner Herd, / daß ihre Seel auch selig werd.

6     So werden sie mit uns zugleich / auf Erden und im Himmelreich

hier zeitlich und dort ewiglich / für solche Gnade preisen dich.

 

Epistel: 1. Johannes 1,1-4

Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens – und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist –, was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei.

 

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

 

Predigt: Lukas 2,41-52 (= Evangeliumslesung)

Jesu Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest. Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes. Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, und seine Eltern wußten's nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder nach Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten. Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wißt ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde, liebe Mit-Christen,

Es gibt eine Geschichte von Jesus, als er sechs Jahre alt ist. Er spielt mit anderen Kindern. Sie kneten Lehm und formen daraus Vögel. Dann klatscht er in die Hände, und die Vögel fliegen weg. Eine schöne kleine Geschichte. Aber was haben wir davon? Sie nützt uns genauso viel wie der Krimi oder die Liebesgeschichte, die gestern abend im Fernsehen lief. Das kann unterhaltsam sein oder ein Zeitvertreib. Aber wir haben nichts von den Menschen, die darin vorkommen, und von dem, was da passiert.

Hier im Gottesdienst hören wir aber heute etwas, das tatsächlich geschehen ist. Das hat der Evangelist Lukas für uns aufgeschrieben. Der hat keine ausgedachten Geschichten gesammelt wie in „1001 Nacht“. Er hat Maria und andere genau gefragt, bevor er sein Evangelium geschrieben hat. Und das, was er hier erzählt, zeigt uns: Jesus nützt uns etwas, wenn wir ihn da suchen, wo er ist: Bei seinem himmlischen Vater. Denn er ist eins mit dem Vater. Was der Vater will, das tut der Sohn. Und das ist unsere Rettung.

Seine Mutter Maria und Joseph mussten das lernen. Lasst uns einmal mit ihnen mitgehen nach Jerusalem und zurück. Lasst uns mal nachdenken, wie es auf diesem Weg gewesen sein könnte. Lasst uns mit ihnen lernen.

Jesus wächst in Nazareth auf, einem kleinen Dorf im Norden Israels mit zwei- oder dreihundert Einwohnern. 12 Jahre ist er jetzt alt. Ab dem 13. Lebensjahr muss ein jüdischer Junge das ganze Gesetz halten; alles, was für die Gebete, die Gottesdienste, die Feiern, das Essen und die Kleidung vorgeschrieben ist. Deshalb nehmen sie ihn mit, als eine große Gruppe aus dem Dorf aufbricht nach Jerusalem, zu dem größten Fest im Jahr, dem Passah-Fest. Das ist ein Weg von 4 oder 5 Tagen zu Fuß, gut 100 Kilometer.

Auf diesem Weg kommen sie an Städten und Dörfern und einzelnen Höfen vorbei. Jesus sieht: Dieses Land hat der lebendige Gott seinem Volk gegeben. Er sieht dieSchafe und Ziegen an den trockenen Hängen, die Äcker und Olivenbäume und Weinberge: Damit gibt er ihnen das „tägliche Brot“.

Die Älteren stimmen unterwegs Psalmen an aus der heiligen Schrift. Sie singen von der Sehnsucht nach dem lebendigen Gott. Sie singen von ihrer Not, und sie singen das Lob Gottes. Sie singen voll Vorfreude vom Einzug in Jerusalem, wenn ihre Füße im heiligen Tempel stehen werden. Immer wieder singen sie, und die Kinder lernen von ihnen, bis sie es auswendig können. Konfirmandenunterricht unterwegs, mit der ganzen Gemeinde.

Vielleicht erzählt ein alter Mann von Abraham, der als Ausländer, als Migrant vom Euphrat-Fluss im Gebiet des heutigen Irak in dieses Land gekommen ist und keine Kinder hatte. „Und jetzt“, sagt er, „jetzt hat er hier überall seine Kinder“, und er zeigt auf die vielen Menschen aus dem Dorf, er zeigt auf die Jugendlichen und die Kinder, und sie rufen „Amen!“

Vielleicht ist eine Witwe dabei, die sich freut, dass sie zum Gottesdienst im Tempel gehen kann, weil Gott wie ein Vater für sie ist, wie es im 68. Psalm heißt: „Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung.“ (Psalm 68,6-7) Ich stelle mir vor, sie zieht ihre beiden Kinder an sich heran und sagt:

„Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten.“ (Psalm 103,13)

Vielleicht spricht jetzt der Schullehrer, der zuhause in Gottesdienst auch der Vorsänger ist: „Dieser Vater“, sagt er, „wird als ein Sohn zu uns kommen“. Er schließt die Augen, als ob er aus seinem Herzen liest, und zitiert aus dem Propheten Jesaja:

Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.“ (Jesaja 9,5)

Ich denke, da sind alle einen Moment still. Das ist nicht leicht zu verstehen. Aber sie ahnen es: Gott will mit uns Menschen sein, in unserer Mitte. Wie ein Kind, das uns in die Hände gelegt wird, und mit mehr Liebe, als jeder menschliche Vater uns geben kann.

Jetzt sehen sie die Stadt Jerusalem. Die Straßen füllen sich mit immer mehr Pilgern. Alle wollen das Passah-Fest in der heiligen Stadt feiern.

Nun treten sie durch das äußere Tor zum Tempel. Die Bauern aus der Nähe der Stadt bringen ihre einjährigen, männlichen Lämmer hierher. Es ist fast wie auf einem Viehmarkt. Überall stehen Händler. Sie rufen ihre Preise aus. Sie reden auf die Pilger ein. – Ich stelle mir vor, Josef und Maria haben sich mit zwei Nachbarsfamilien zusammengetan. Gemeinsam kaufen sie  ein Lamm, lassen es vom Priester mit Gebet schlachten und nehmen das Fleisch mit. Am Abend rösten sie es am Feuer. Sie essen dazu Brot, das ohne Sauerteig gebacken ist. Und sie hören wie jedes Jahr die Erzählung von der Befreiung ihrer Väter und Mütter, als Gott ihre Not in Ägypten gesehen hat, als er ihnen einen Retter gegeben hat, Mose. Als er sie in die Freiheit und in ein Leben ohne Angst gebracht hat. So, wie er es ihnen dann am Berg Sinai mit dem ersten Gebot gesagt hat: „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft geführt habe.“ (2. Mose 20,1)

So feiern sie eine Woche lang. Dann macht sich die ganze Gruppe auf den Rückweg nach Nazareth. Maria und Joseph denken, Jesus läuft irgendwo mit den Verwandten mit oder den Nachbarn. Aber sie sehen ihn den ganzen Tag nicht. Und als sich abends zwischen ein paar Felsen einen Platz zum Schlafen suchen, finden sie ihn nirgendwo. Keiner hat ihn gesehen. Sie bekommen Angst um ihr Kind. Sie können kaum schlafen. Mit dem Sonnenaufgang sind sie schon auf dem Weg zurück.

Müde und voller Angst kommen sie zurück nach Jerusalem. Sie schieben sich durch die vielen Menschen, sie fragen überall, schließlich sind sie wieder im Tempel. Da sitzt er in der Synagoge am Rand des Tempelplatzes, dem Raum, in dem die Kenner der heiligen Schriften zusammenkommen, um über Gottes Wort zu diskutieren. Ja, da sitzt er, der 12jährige Junge aus einer Handwerkerfamilie, ihr Jesus. Er stellt den gelehrten Männern Fragen. Aber nicht wie ein Kind, das etwas aus der Bibel nicht ganz versteht. Eher wie einer, der von ihnen hören will, was er selbst schon erkannt hat: Was Gottes Wort sagt von dem kommenden Retter, von dem Sohn Davids, der in Ewigkeit herrschen wird; von der Erlösung von Sünde und Tod. Von dem Kind, das die Rettung bringt. Und die Zuhörer am Rand wundern sich über das, was er ihnen erwidert: Ein Kind aus einem kleinen Dorf in Galiläa, das kaum einer kennt.

„Warum hast du uns das angetan?“ fragt Maria vor allen Leuten. „Dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.“ Sie meint Joseph, den jeder im Dorf als den Vater von Jesus kennt. Und jetzt kommt der Satz, der auch für uns gesprochen ist. Jesus antwortet seiner Mutter: „Warum habt ihr mich gesucht? Wisst ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?“ Das heißt: Ihr habt mich nicht gesucht, weil ich euch als meinen Eltern ungehorsam war, weil ich das vierte Gebot nicht gehalten habe. Ihr habt mich gesucht, weil ihr vergessen habt, wer mein Vater ist: der ewige, lebendige Gott, der seinem Volk versprochen hat, dass sie ihn hier im Tempel finden, dass er hier ihre Gebete hört, dass sie hier in seinem Wort seine Stimme hören. Ich und der Vater sind eins.

Lasst uns nicht vergessen, dass Jesus der Sohn des lebendigen Gottes ist. Wahrer Gott vom Vater in Ewigkeit geboren. Und wahrer Mensch, von der Jungfrau geboren. Mit ihm schenkt sich Gott uns. Deshalb sollen wir ihn in den Worten suchen, die unser himmlischer Vater den Propheten in den Mund gelegt hat. Da ist er zu finden. Wir sollen ihn im ersten Gebot suchen, wo Gott spricht: Ich bin der Herr, dein Gott. Denn das heißt: Ich bin dein Retter. Ich komme in meinem Sohn zu dir, um dich frei zu machen von der Sünde, um dir ein Leben zu schenken frei von der Angst und vom Tod. Glaubst du das? Willst du mich lieb haben wie ein Mensch seinen Bruder?

Lasst uns in diesem Jahr nicht weggehen von ihm, damit wir nicht erst umkehren und lange suchen müssen. Lass es dir nicht egal sein, ob andere mit ihm unterwegs sind. Sei selbst mit ihm unterwegs. Du findest ihn in der heiligen Schrift. Im Haus Gottes, wenn wir hoffentlich bald wieder hier zusammenkommen. Wer ihn hat, der hat alles, was der Vater durch Abraham und die Propheten versprochen hat, was er dir persönlich versprochen hat an dem Tag, als du getauft wurdest: Vergebung und Glauben und ewigen Frieden. Darum suche ihn im Gebet an der Seite des Vaters, jeden Tag in diesem neuen Jahr. Dort steht er als dein Anwalt, der für dich spricht: Dies ist mein lieber Bruder, dies ist meine liebe Schwester. Was auch immer er oder sie an Sünde getan hat, hast du schon an mir bestraft. Du kannst sie nicht noch einmal dafür strafen. So werden wir frei von der Sünde. So wird dieses Jahr für uns ein Jahr der Gnade sein. Bei dem lebendigen Gott. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus zum ewigen Leben. Amen.

 

Lied nach der Predigt: 35,1+3-4

1     Also liebt Gott die arge Welt, / daß er ihr seinen Sohn und Held

den einzigen, gegeben, / auf daß, wer glaubend bei ihm steht,

in Sünde nicht verloren geht / und hat das ewge Leben.

3     Er kam herab in unsre Not, / er trug die Schmach und litt den Tod

und wollt sich uns verbünden, / daß wir, von Schuld und Tod befreit,

ein neu Geschlecht am End der Zeit, / sein wahres Leben künden.

4     Drum blicket auf: die Nacht vergeht, / der Morgenstern am Himmel steht

und leucht' durch Angst und Plage. / Seid fröhlich, glaubet unbeirrt,

daß Christus Jesus kommen wird / am großen Königstage.

 

Kirchengebet

Ewiger Gott, barmherziger Vater, am Anfang des neuen Jahres suchen wir deine Nähe. Deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Wir danken dir, dass du unser Leben bis hierher erhalten hast, besonders in der Gefahr durch das neue Virus, das sich im letzten Jahr so schnell ausgebreitet hat. Wir danken dir für die Freiheit, Gottesdienst zu halten, und für den Segen, den wir durch dein Wort und Sakrament empfangen haben.

Wir bekennen dir, dass wir dir im alten Jahr vieles schuldig geblieben sind. Wie oft haben wir dein Wort überhört, wie oft hatten wir anderes vor mit unserer Zeit, unseren Fähigkeiten und unserem Geld, als dir zu dienen. Vergib uns allen Ungehorsam, alle Lauheit, und hilf uns durch die Kraft deiner Vergebung zu einem neuen Anfang in einem Leben, in dem wir dir folgen.

Wir bringen vor dich alle Not und Schuld der Kirche. Du weißt, wo wir in der Not nicht so für andere da waren, wie sie es gebraucht hätten. Du kennst die Zerrissenheit der Kirche, aber auch unseren Kleinglauben und unsere Selbstsucht. Bedecke unser Versagen mit deiner Vergebung. Stärke in deiner Kirche die Erkenntnis deiner Wahrheit, lass sie klar reden und handeln nach deinem Wort. Mache aus unserer Mitte Menschen bereit, ihr Leben ganz in deinen Dienst zu stellen.

Wir bringen vor dich alle Not und Schuld unseres Volkes; wo wir im öffentlichen Leben von Neid und Selbstsucht, Machtgier und Geltungsbedürfnis beherrscht sind; wo die, die Verantwortung haben, leichtfertig kritisiert werden. Gib, dass sich unsere Gesellschaft neu zu dir hinwendet, deine Gebote achtet und sich von Frieden und Gerechtigkeit leiten lässt.

Wir denken vor dir an alle, die Krankheit erleben, Armut, Leid und Verzweiflung. Wir denken an die, die Hunger haben, die ohne Heimat sind, die Einsamen und Verzweifelten; an die, die Unrecht leiden. Gib ihnen Geduld, gib ihnen Menschen, die für sie da sind, lass sie Hilfe finden. Setze aller Gewalt im Haus, in der Gesellschaft und in den Kriegen eine Grenze.

Mach uns frei von der Not der Corona-Pandemie, wenn es dein Wille ist. Sei bei uns in guten und in schweren Tagen. Sei bei uns, wenn unser letzter Tag kommt und wir uns vor dir für unser Leben verantworten müssen, damit wir Gnade finden in deinem Gericht. Gib uns ein gesegnetes Jahr 2021 in deinem Namen. Amen.

Vaterunser

Segen

Der Herr segne uns und behüte uns.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns + und gebe uns Frieden. Amen.

 

Schlusslied: 410

1     Er ist die rechte Freudensonn, / bringt mit sich lauter Freud und Wonn,

Gelobet sei mein Gott!

2     All unsre Not zum End er bringt, / derhalben jauchzt, mit Freuden singt:

Gelobet sei mein Gott!

3     Dein heilger Geist uns führ und leit / den Weg zur ewgen Seligkeit.

Gelobet sei mein Gott!

 

*    *    *    *    *    *    *

 

Eine Kollekte mag an diesem Sonntag zurückgelegt oder überwiesen werden für die Aufgaben und Verpflichtungen der Immanuelsgemeinde.