Gottesdienst zum 13.4.2020, Ostermontag


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Create Date11. April 2020
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Ostern – das ist das Fest der Freude darüber, dass Gottes Sohn die Sünde, den Teufel und den Tod besiegt hat. Dabei hat das am Anfang nur ein ganz kleiner Kreis mitbekommen, ja, einzelne Personen: ein paar Frauen am Grab, zwei Jünger, dann ein kleiner Kreis, der sich isoliert hatte von den anderen aus Angst. Und es hat gedauert, bis sie es selbst begriffen haben: Sein Sieg ist unser Sieg, das neue Leben kann uns keine Krankheit und kein Tod mehr nehmen, wenn wir Christus haben. Nun wird es von vielen Christen dieses Jahr wieder im kleinen Kreis gefeiert – und so wie beim ersten Mal: Der Auferstandene kommt zu uns durch sein Wort. In seinem Namen, im Namen Jesu, beginnen wir diesen Gottesdienst.

Lied: 82,1-4

1    Wir wollen alle fröhlich sein / in dieser österlichen Zeit, / denn unser Heil hat Gott bereit'.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, / gelobet sei Christus, Marien Sohn.

2    Es ist erstanden Jesus Christ, / der an dem Kreuz gestorben ist, / dem sei Lob, Ehr zu aller Frist.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, / gelobet sei Christus, Marien Sohn.

3    Er hat zerstört der Höllen Pfort / und all die Sein' herausgeführt / und uns erlöst vom ewigen Tod.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,/ gelobet sei Christus, Marien Sohn.

4    Wir singen alle Lob und Preis / dem ein'gen Gottessohne weis', / der uns erkauft das Paradeis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,/ gelobet sei Christus, Marien Sohn.

Rüstgebet                   

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Gott, der Allwissende, kennt unser Leben, und vor ihm ist nichts verborgen. Er weiß, wo wir Gutes unterlassen und Böses getan haben, wo wir in unserem Reden, Denken und Tun die Liebe verletzt und der Versuchung der Sünde nach­ gegeben haben. Darum bekennen wir uns schuldig und bitten um Christi willen:

Der allmächtige Gott erbarme sich unser. Er vergebe uns unsere Sünde und führe uns zum ewigen Leben.

Nimm von uns, Herr, unsere Sünde, und hilf uns, dass wir aufrichtig und dankbar diesen Gottesdienst feiern und dich preisen. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Epistel: 1. Korinther 15,12-20

Wenn aber Christus gepredigt wird, daß er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.

Evangelium: Lukas 24,13-35

Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage in ein Dorf, das war von Jerusalem etwa zwei Wegstunden entfernt; dessen Name ist Emmaus. Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, als sie so redeten und sich miteinander besprachen, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht erkannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Dinge, die ihr miteinander verhandelt unterwegs? Da blieben sie traurig stehen. Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Taten und Worten vor Gott und allem Volk; wie ihn unsre Hohenpriester und Oberen zur Todesstrafe überantwortet und gekreuzigt haben. Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß dies geschehen ist. Auch haben uns erschreckt einige Frauen aus unserer Mitte, die sind früh bei dem Grab gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagen, er lebe. Und einige von uns gingen hin zum Grab und fanden's so, wie die Frauen sagten; aber ihn sahen sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war. Und sie kamen nahe an das Dorf, wo sie hingingen. Und er stellte sich, als wollte er weitergehen. Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach's und gab's ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten zurück nach Jerusalem und fanden die Elf versammelt und die bei ihnen waren; die sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war und wie er von ihnen erkannt wurde, als er das Brot brach.

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben.

Lied: CoSi I,115

Der Herr ist auferstanden! / Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja, Halleluja!

 

Predigt

Liebe Gemeinde, liebe Mitchristen, liebe YouTube-Nutzer,

der Blumenversand war in der Woche vor Ostern anscheinend ganz gut ausge­ lastet. Viele würden jetzt an den Feiertagen liebe Menschen besuchen. Und sie würden vielleicht einen Frühlingsstrauß mitbringen, um ihnen von dem frischen, neuen Leben in der Natur etwas ins Haus zu bringen, das sie sehen und fühlen und riechen können. Aber die Gefahr des Corona-Virus' schränkt uns alle ein. Und wer jetzt selbst nicht zu den anderen hinkommen kann, beauftragt andere damit.

Frühlingszeit, neues Leben – in der Jahreszeit passiert das von selbst. Es steht im Kalender, wir rechnen damit und wir brauchen das auch (nicht nur die Landwirte), vielleicht dieses Jahr fast noch mehr als sonst, wo wir täglich in den Nachrichten von der Pandemie hören, die im schlimmsten Fall das Leben bedroht, und wo viele froh sind, wenn sie einfach in den eigenen Garten rausgehen können. Deshalb dürfen die Garten-Märkte seit letzter Woche wieder öffnen, es gibt Samen und Blumen zu kaufen.

Nun steht das Osterfest auch immer im Kalender. Wir haben es schon oft erlebt, und es kommt jedes Jahr wieder. Aber der Grund für diese Feiertage und der Grund dafür, dass wir es jedes Jahr wieder feiern, ist kein natürlicher Vorgang wie der Frühlingsanfang. Der gehört zur Schöpfung, wo Gott nach der furchtbaren Katastrophe der großen Flut zugesagt hat, “Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht” (Gn 8,22). Aber dass es nach der furchtbaren Katastrophe von Karfreitag für die, die an Jesus geglaubt haben, noch weitergeht, das ist nicht ein natürlicher Ablauf in der Natur. Es ist das Gegenteil davon. Es ist unerwartet und es geht gegen alle ihre Erfahrung. Ja, was wir Ostern feiern, geht auch heute gegen den natürlichen Ablauf in der Natur und gegen das, was wir in dieser Welt erwarten können. Man hat deshalb die Erzählungen der Evangelisten von der Begegnung mit dem auferstandenen Jesus immer wieder als Einbildung zu erklären versucht. Deshalb ist es entscheidend, das wir genau hinhören, was uns der Evangelist Lukas in dem Abschnitt berichtet, der dieses Jahr für den 2. Ostertag vorgesehen ist. Nachdem zwei von den Jüngern nach Emmaus gegangen waren, unterwegs Jesus begegnet waren, ohne ihn zu erkennen, und dann zu den anderen zurückgelaufen sind, schreibt er:

Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? Seht meine Hände und meine Füße, ich bin's selber. Faßt mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, daß ich sie habe. Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und Füße. Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor. Und er nahm's und aß vor ihnen. Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muß alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, so daß sie die Schrift verstanden.

Ob sich die Jünger das nur einbilden, das ist offenbar für Jesus entscheidend. Wir merken das daran, wie er mit ihnen umgeht. Und es ist auch für uns entscheidend. Deshalb zeigt uns der Evangelist 1. das Dass der Auferstehung Jesu, 2. das Wie der Auferstehung und 3. ihre Wirkung.

1. Die Jünger und die Frauen, die Jesus geglaubt haben, die mit ihm mitgegangen sind, die wissen seit Freitag, dass es Tatsache ist: Jesus ist tot. Ein römischer Soldat hat in seine Seite gestochen, um festzustellen, ob der Befehl zur Hinrichtung erfüllt war. Es war klar: Jesus war nicht ohnmächtig, er war gestorben. Nikodemus und Joseph von Arimathäa haben die Leiche vom Kreuz abgenommen und sie in der Grabhöhle bestattet. Ein paar von den Frauen haben es gesehen. Und sie haben sich im kleinen Kreis im Haus eingeschlossen. Denn wenn ihr Herr tot ist, dann wartet draußen auch für sie der Tod.

Sie haben kaum geschlafen vor Verzweiflung und Schmerz. Am nächsten Morgen dauert es einen Moment, bis diese Wirklichkeit sie wieder einholt. Es ist alles anders als noch vor einem Tag. Jesus ist tot. Es gibt keine Hoffnung mehr über dieses Leben hinaus. Nicht für sie und nicht für irgendjemanden.

Wie benommen gehen dann die Frauen nach Sonnenuntergang los, um das zu tun, was man im Todesfall tut. Sie kaufen Salben für den, der gestorben ist, der ihnen mehr bedeutet hat als jeder Familienangehörige. Sie sind es dann, die mit dem Sonnenaufgang als erste zum Grab kommen, dem Ort des Todes. Wie es danach für sie weitergehen kann, wissen sie nicht. Aber es ist nicht die erste Beerdigung, die sie mitgemacht haben. Sie wissen, dass es irgendwie weitergehen muss. Man muss mit der Tatsache des Todes leben.

Aber dann kommt es ganz anders. Das Grab ist offen, in der dunklen Höhle im Fels sehen sie eine helle Gestalt, die selbst wie Licht leuchtet. Er ist nicht hier, sagt sie, er ist auferstanden. Ja, das klingt nach Freude, aber sie sind zugleich furchtbar erschrocken. Wie würde es uns gehen, wenn wir hören, dass jemand wieder da ist, den wir gerade beerdigt haben? Bei aller Liebe, wäre das nicht ein furchtbarer Gedanke? Und: würden wir so etwas glauben?

Genau so reagieren die Frauen. Sie erschrecken. Und so reagieren die Jünger. Sie glauben nicht plötzlich an die Auferstehung Jesu, als ob sie das die ganze Zeit schon gedacht haben und nur noch so eine kleine Bestätigung fehlte. Sie zweifeln. Und keiner der Evangelisten lässt das aus in seinem Bericht. Denn es ist ein ganz menschlicher, ganz natürlicher Zweifel. Es ist der Zweifel unserer Nachbarn oder Mitschüler oder Arbeitskollegen, die sagen, so etwas gibt es nicht; es ist noch nie jemand von drüben zurückgekommen. Es ist das Argument hinter dem, was die römischen Bewacher des Grabes auf Anordnung von oben in die Welt setzen sollen, als sie vor dem Geschehen am Ostermorgen erst wie tot umgefallen und dann geflohen sind: Die Jünger haben seine Leiche gestohlen. (Wenn das allerdings wahr wäre, dann hätten das für die Soldaten ernste Konsequenzen gehabt und sie hätten kaum eine Chance gehabt, davon etwas rumzuerzählen.) Es ist das Argument hinter dem, was manchmal im Islam zu hören ist, dass Jesus nur scheintot war – was allerdings nicht erklärt, wie jemand die Tortur am Kreuz überleben, das Soldaten­ kommando täuschen und nach zwei Tagen im Grab so fit sein soll, dass er aufsteht und rumläuft. Und der Zweifel der Jünger ist der der Wissenschaftler, die sagen, so etwas gibt es nicht. Und der von denen, die an einer Kirche in Bremen in den Wochen vor Ostern diagonal ein Kreuz über ein Schild gesprüht haben, auf dem steht: „Christus ist auferstanden.“

Ja, alle, die an dem Tag beteiligt sind, wissen, so etwas kommt nicht vor. Da sind die Jünger und die Frauen, die Römer, die Pharisäer, der Hohe Rat der Juden und alle im selben Boot.

Aber zu denen, die an ihn geglaubt haben – nein, die ihn ja immer noch liebhaben und das heißt ja, an ihn glauben gegen ihre Erfahrung –, zu denen kommt Jesus am Abend. “Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist”, schreibt Lukas. Er behauptet also, dass sie nicht so naiv waren, dass sie sich nicht selbst gefragt haben, ob das eine Illusion ist. Und Jesus spricht ihren Zweifel aus: “Was seid ihr so erschrocken und warum kommen solche Gedanken in euer Herz?”

Damit aber führt er sich behutsam den ersten Schritt vom Zweifeln hin zum Glauben an das, was nicht sein kann. Er zeigt ihnen die Tatsachen. Das Dass seiner Auferstehung: “Seht meine Hände und meine Füße, ich bin's selber.” Da sind die tödlichen Wunden. Ja, er ist gestorben. Das ist wahr. Aber jetzt steht er vor ihnen und spricht zu ihnen.

2. Damit sind wir beim zweiten, dem Wie der Auferstehung. Die Jünger glauben, dass sie einen Spuk sehen. Jesus weiß das. “Fasst mich an,” sagt er, “und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe.” Selbst jetzt aber, wo die Freude leise hochkommt wie der erste Dämmerstreifen nach einer dunklen Nacht, selbst jetzt glauben sie noch nicht. Da fragt Jesus nach etwas zu essen, sie geben ihm ein Stück gebratenen Fisch, der von der letzten Mahlzeit übrig ist, als sowieso keiner von ihnen recht essen konnte, steckt es in den Mund und ist.

Nein, Lukas erzählt uns nicht, ob die Jünger ihn angefasst haben. Sein Bericht will nichts beweisen. Was für einen Unterschied würde es auch machen, wenn wir ihnen ohnehin nicht glauben? Wir sollen auf das hören, was Jesus ihnen und uns sagt. Er ist körperlich auferstanden. Und er ist dieselbe Person, die gestorben ist.

Aber es ist ein neues Leben, das er hat. So ist tatsächlich vor ihm und nach ihm keiner in diese Welt zurückgekommen. Er kommt zu ihnen in ihre vier Wände, obwohl die Tür zugeschlossen ist. Raum und Zeit halten ihn nicht mehr fest. Und er braucht die Nahrung nicht mehr. Hunger und Durst liegen hinter ihm. Dieser Jesus, den die Jünger und die Frauen als wahren Menschen und wahren Gott in einer Person kennengelernt haben, lebt in dem neuen Leben der Auferstehung, für das es keine Bedrohung, keinen Tod und kein Ende mehr gibt.

Das ist das Wie der Auferstehung. Seiner Auferstehung, und wie der Apostel Paulus später an die Christen in Korinth schreibt in einem ganzen Kapitel: so werden auch die auferstehen, die in seinen Tod und seine Auferstehung hinein getauft sind (1. Korinther 15).

3. Damit sind wir beim dritten. Bei der Wirkung der Auferstehung. Sie ist nicht nur eins von den vielen Dingen, die die Evangelisten über Jesus zusammengestellt haben. Wie sein Wort den Glauben an seine Auferstehung schafft, so ist seine Auferstehung der Schlüssel, um sein Wort zu verstehen. Lukas berichtet weiter,

“Jesus sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift verstanden.”

Es ist entscheidend, dass sie es nicht mit einer Einbildung zu tun haben. Es ist entscheidend, dass sie es mit dem zu tun haben, der gestorben ist, und dass er lebt. Denn das bedeutet: Es wird alles neu. Es geht nicht immer so weiter mit dem Kreislauf von Geborenwerden und Sterben. Es ist kein unentrinnbares Schicksal, dass wir nicht so sind, wie wir uns gern selbst hätten und wie Gott uns haben will, vollkommen gut, ohne Fehler und ohne, dass wir an anderen oder auch an uns selbst schuldig werden. Es bedeutet: Was zwei Tage vorher geschehen ist, musste geschehen. Gottes Sohn hat in seiner Ohnmächtigkeit unser Schicksal in seine Hand genommen. Mit seinem Kampf am Kreuz hat er die Macht über die Sünde, über den Teufel und über den Tod zurückgewonnen. Am Karfreitag war es nicht zu sehen. Die Vorstellungskraft der Jünger hat dazu nicht ausgereicht. Aber am Ostertag haben sie's erfahren.

Die Jünger haben's erfahren. Jesus ist nach seiner Auferstehung nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Wer seinem Wort nicht glaubt, der würde auch nicht glauben, wenn er ihn sehen würde. Der würde ihn auch dann wegerklären. Die Auferstehung kommt nicht einfach über alle Menschen wie das Aufblühen der Natur im Frühling. Jesus schickt uns mit dem Osterevangelium auch nicht nur einen Gruß, wie wir ihn jemandem über einen Blumenversand schicken als Ersatz für einen persönlichen Besuch. Er kommt als Auferstandener zu denen, die ihn suchen, die in seinem Namen zusammen sind. Er kommt in unsere Häuser wie er zu der kleinen Gruppe der Jünger und der Frauen gekommen ist. Ja, mit der neuen Art seiner Gegenwart kommt er in der ganzen Welt zu allen, die in der christlichen Taufe von ihm das neue Leben geschenkt bekommen haben und die an ihn glauben; die ihn zugleich immer neu um Glauben bitten, weil sie's mit den Augen noch nicht sehen. Damit wir gewiss werden:

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.

Damit ist in die Schöpfung, die wir kennen, etwas Neues hineingekommen, das es vorher nicht gab: der Anfang der neuen Welt. Der Anfang des ewigen Lebens für dich und für mich. Er weiß, dass wir das brauchen, nicht nur, aber auch in dieser Zeit, wo wir täglich von einer Bedrohung unseres Lebens hören, die im schlimmsten Fall tödlich sein kann.

”Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken?

Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken.” Amen.

(D. Schmidt, P.)

Lied: 78,1-3

1    Erstanden ist der heilig Christ, / Halleluja, Halleluja, / der aller Welt ein Tröster ist. Halleluja, Halleluja.

2    Und wär er nicht erstanden, / Halleluja, Halleluja, / so wär die Welt vergangen. / Halleluja, Halleluja.

3    Und seit daß er erstanden ist, / Halleluja, Halleluja, / so loben wir den Herren Christ, Halleluja, Halleluja.

Gebet

Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater: Du hast deinen Sohn zum Opferlamm an unserer Stelle gegeben und hast sein Opfer angenommen. Du hast ihn vom Tod auferweckt und am Ostermorgen den Frauen und den Jüngern sagen lassen, dass er lebt. Wir loben dich mit deinen heiligen Engeln und mit den Christen in aller Welt, dass du dieses Wunder für uns getan hast. Wir können in dieser Zeit nicht als Gemeinde zusammenkommen. Aber wir danken dir, dass er zu allen kommt, die ihn suchen und diese frohe Botschaft hören.

Wir klagen dir die Not dieser Tage und Wochen, in der wir täglich von Krankheit und von Todesfällen hören, in der Menschen nicht zueinanderkommen können, in der unsere Freiheit eingeschränkt ist. Wir bitten für die, die persönlich, beruflich oder wirtschaftlich davon betroffen sind. Trage du die Last derer, die andere pflegen, die ohne Unterbrechung nach Heilmitteln forschen, die in der Politik große Verantwor­ tung haben. Sei denen nahe, die seit dem letzten Osterfest liebe Menschen verloren haben. Tröste die, die traurig sind, und lass die Sterbenden die Kraft der Auferstehung glauben und erfahren.

Gib deinen Segen zu der Verkündigung dieser Botschaft in der ganzen Welt, die auf so viele Weise geschieht. Erhalte deine Kirche bei allen Einschränkungen, die die öffentlichen Gottesdienste betreffen. Wecke und stärke neuen Glauben, wie du es bei den Jüngern getan hast. Segne unseren Bischof und unsere Kirchenleitung, führe uns in alle Wahrheit.

Mache uns bereit und fröhlich, als neue Menschen ein neues Leben zu führen, als geheiligte Menschen heilig zu leben, in Liebe zu dir und zu unseren Mitmenschen. Erbarme dich der Länder, die von der Pandemie besonders hart betroffen sind. Mache ihr bald ein Ende und lass die Zeit kommen, in der die Kirchen wieder offen sind und wir als Brüder und Schwestern zusammenkommen, um dein Wort zu hören, dich im Gebet und Loblied anzurufen, und das heilige Sakrament zu empfangen, das dein Sohn eingesetzt hat, in dem wir Anteil bekommen an dem neuen Bund, der uns das neue, unvergängliche Leben gibt. Dir sei Ehre und Anbetung mit dem Sohn und dem heiligen Geist in Ewigkeit. Amen.

Wir beten weiter, wie Christus seine Jünger gelehrt hat:

Vaterunser

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich. / Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. / Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Lied: 78,14-15

14 Nun singet all zu dieser Frist, / Halleluja, Halleluja, / erstanden ist der heilig Christ. / Halleluja, Halleluja.

15 Des solln wir alle fröhlich sein, / Halleluja, Halleluja, / und Christ soll unser Tröster sein. / Halleluja, Halleluja.

*   *   *

Wochenvers: “Christus spricht: ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.” (Offenbarung des Johannes 1,18)