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Create Date10. November 2019
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Zu Beginn des Gottesdienstes bekommt jeder einen aus Papier ausgeschnittenen großen Punkt.

 

Lesung (1. Mose 1,1 – 2,4a in Auszügen, Übertragung in Anlehnung an die "Basis-Bibel")

Am Anfang erschuf Gott den  Himmel und die Erde. Und Gott sprach: »Licht soll entstehen!« Und es entstand Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Und Gott trennte das Licht von der Dunkelheit und nannte das Licht »Tag« und die Dunkelheit »Nacht«. Es wurde Abend und wieder Morgen der erste Tag.

(Am zweiten Tag machte Gott den Wolkenhimmel und trennte auf der Erde das trockene Land vom Meer.) Und Gott sah, dass es gut war.

(Dann machte er die Pflanzen, die Sonne und den Mond und die Sterne und die Tiere.) Und Gott sah, dass es gut war.

Und (am sechsten Tag) schuf Gott den Menschen zu seinem Bild, zum Bild Gottes schuf er ihn. Er schuf sie als Mann und Frau.

Gott segnete  sie und sprach zu ihnen: »Ihr sollt Kinder bekommen und ganz viele werden! Wohnt überall auf der Erde und nehmt sie in Besitz! …

Und am siebten Tag vollendete Gott seine Werke, die er gemacht hatte. An diesem Tag  ruhte er von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Gott segnete  den siebten Tag und machte ihn heilig.

Denn an diesem Tag ruhte er von all seinen Werken.

Aktion

Gott hat nicht nur am Anfang die Menschen gemacht, er hat auch jedes Kind gemacht, das geboren wird. Für Eltern ist das immer wieder etwas zum Staunen, dass Gott sie daran beteiligt, dass neues Leben, ein neuer Mensch in diese Welt kommt.

Jedes Kind bekommt jetzt ein kleines “Männchen” aus Pappe. Wir bitten euch, dass ihr euren Namen darauf schreibt. Ihr dürft euch dabei auch helfen lassen. Oder ihr macht ein Kreuz darauf. Das ist ok. Ihr wisst ja, wie ihr heißt.

Wenn ihr das gemacht habt, kommt ihr nach vorne, und jeder kann sein Pappmännchen hier an dem Bild befestigen.

Kinder bekommen die ausgeschnittenen Männchen, schreiben ihren Namen darauf, bringen es nach vorne und befestigen es an dem Schöpfungsbild.

Frage: Was seht ihr auf diesem Bild? Das ist die Schöpfung, von der wir in der Lesung gehört haben. Und was haben wir gerade noch dazu gemacht? Die Menschen. Das ist die Krönung, der wunderschöne Abschluss der Schöpfung. Denn für den Menschen hat Gott alles gemacht.

 

Anspiel: In einem Dorf leben lauter Holzpuppen. Die tun den ganzen Tag nichts anderes, als sich gegenseitig kleine Sterne aufzukleben, wenn sie jemanden mögen oder der etwas gut kann, oder Punkte, wenn sie jemanden nicht mögen.

Einer bekommt immer nur Punkte – Punchinello. Aber eines Tages trifft er ein Mädchen, das keine Sterne und keine Punkte hat. Wenn andere ihr welche anstecken wollen, fallen die einfach von ihr ab. Das Mädchen erzählt Punchinello, das sie jeden Tag oben auf den Hügel zu dem Holzschnitzer geht, der sie alle gemacht hat. Da macht sich Punchinello auch auf den Weg zu ihm.

Gedanken zum Anspiel:

Mir scheint, wir haben da gerade auch ein paar interessante Leute gesehen. Hättet ihr auch gerne solche Sterne? Was wäre das für ein Gefühl, wenn euch jemand einen Stern ansteckt?

Aber wir haben auch ein paar “schräge Typen” gesehen. Und wir haben gehört, was andere über sie denken. Und konnten das sogar sehen. Nicht mit Zetteln, auf die sie das draufgeschrieben haben. Aber mit lauter Punkten. Einer davon heißt wie? “(Punchinello – den Namen hat sich der Erfinder der Geschichte ausgedacht, das heißt wol so etwas wie “Pünktchen”.)

Was ist das wohl für ein Gefühl, wenn einem alle zeigen, dass man etwas nicht gut kann, und was sie über einen denken?

Aber irgendwie ist das ja für Punchinello gut geworden. Warum? Weil er zu seinem Schöpfer kam und gehört hat, dass er ganz wichtig für ihn ist und der ihn ganz lieb hat – einfach weil Punchinello ihm gehört.

Punchinello hat am Ende gesagt, er versteht das alles noch nicht ganz. Und der Holzschnitzer Eli hat gesagt, das macht nichts, das kommt mit der Zeit. Und der erste Punkt ist von Punchinello abgefallen. Ich glaube, er hat angefangen, sich zu freuen.

 

Lesung: 1. Mose 6,5-9 (Übertragung D. Schmidt)

Gott der Herr sah, dass die Menschen, die auf der Erde lebten, sehr böse waren. In dem, was sie im Herzen dachten und planten, steckte immer etwas Böses. Da wurde Gott traurig, dass er die Menschen gemacht hatte, es tat ihm leid in seinem Herzen. Und er sagte: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, wegnehmen von der Erde, und alle Tiere, die großen und die kleinen, die in der Erde kriechen, und die Vögel, die am Himmel fliegen. Denn es tut mir leid, dass ich sie gemacht habe. Aber einen Mann und seine Familie wollte Gott nicht wegnehmen. Das war Noah. Der lebte mit Gott, und er tat nichts, was verkehrt war.

Zwischen-Erzählung:

Gott gab Noah Anweisungen: er sollte einen großen Kasten aus Holz bauen, der auf dem Wasser schwimmt, ein großes Hausboot, und sollte von allen Tieren je ein männliches und ein weibliches da hineinbringen und dann selbst hineingehen mit seiner Frau, seinen drei Söhnen und den Frauen von seinen Söhnen. Dann regnete es viele Monate lang ohne Unterbrechung, die ganze bewohnte Erde wurde überschwemmt. Schließlich aber ging das Wasser zurück. Das Hausboot blieb oben auf einem Berg stehen. Noah und seine Familie konnten rausgehen und sie feierten einen Dankgottesdienst. Noah baute einen Altar aus Steinen und opferte Gott ein Tier.

 

Lesung (1. Mose 8,21-22)

Gott roch den Rauch von dem Tieropfer, mit dem Noah ihm dankte. Und Gott sagte sich in seinem Herzen: Ich will das nicht wieder tun und nicht machen, dass  alle, die auf der Erde leben, umkommen, weil der Mensch böse ist. Sonst würde ich sie ganz vernichten. Denn die Gedanken und Pläne in seinem Herzen sind von seiner Geburt an nicht gut. Deshalb will ich alles, was lebt, nicht mehr so bestrafen, wie ich es mit dieser Wasserflut getan habe. Solange diese Erde da ist, soll es eine Zeit zum Säen und zum Ernten geben, kalte und heiße Jahreszeiten, Sommer und Winter und Tag und Nacht. ...

Und Gott sagte: Seht her, ich mache einen Bund mit euch und allen lebendigen Tieren, und gebe euch dafür ein Zeichen: Ich habe den Regenbogen gemacht, den sollt ihr am Himmel sehen als Zeichen meines Bundes zwischen mir und der Erde. Und wenn ich ein Gewitter über die Erde kommen lasse, soll man meinen Regenbogen in den Wolken sehen. Dann will ich an meinen Bund denken zwischen mir und euch und allen lebendigen Tieren, damit ich keine solche Wasserflut mehr kommen lasse, in der alle Menschen umkommen. Darum soll mein Regenbogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und an den ewigen Bund zwischen Gott und allen Lebewesen denke, die auf der Erde sind.

Ansprache

Gott hat festgestellt, dass die Menschen nicht gut sind. Kain hatte seinen Bruder Abel umgebracht. Und die schlimmen Dinge, die sie taten, wurden immer mehr. Und immer fing es an mit schlimmen Gedanken im Herzen. Das tat Gott so weh, dass er wünschte, er hätte den Menschen nicht gemacht.

Und damit das Böse nicht immer schlimmer wird, hat er gesagt, er muss noch einmal von vorne anfangen. Noch einmal mit einem Ehepaar. Mit Noah und seiner Frau und ihren Söhnen und den Frauen von ihren Söhnen.

Im Herzen von Noah gab es auch Dinge, die nicht gut waren. Gottes Wort sagt nicht, dass bei ihm nichts verkehrt war. Aber er hat mit Gott darüber geredet. Und hat Gott jeden Tag gebeten, das wegzunehmen, zu vergeben. Für sich selbst, für seine Frau und für seine Söhne und ihre Frauen hat er jeden Tag so gebetet.

Ich denke, mit Punchinello ist das so ähnlich. Als er zu dem Holzschnitzer kommt, der ihn gemacht hat, sagt der nicht: Punchinello, du hast eigentlich nie etwas falsch gemacht. Er sagt ihm: Davon hängt das nicht ab, dass ich dich liebhabe. Und es hängt auch nicht von dem ab, was andere von dir denken. Die sind ja genau solche Leute (oder Holzpuppen/Wemmicks”) wie du.

In dem Buch, aus dem das schöne Anspiel entstanden ist, das wir gesehen haben, fragt Punchinello an dieser Stelle: ”Warum bin ich so wichtig für dich?“

Eli, der Holzschnitzer, blickte Punchinello an. Er legte seine Hände auf die schmalen hölzernen Schultern und sagte ganz langsam: „Weil du mir gehörst. Darum bist du für mich wichtig.“

Noch nie wurde Punchinello von jemandem so angeschaut. Er wusste nicht, was er sagen sollte. „Jeden Tag habe ich gehofft, das du kommst,“ erklärte Eli. [...]

„Die Aufkleber haften nur, wenn sie für dich wichtig sind. Je mehr du meiner Liebe vertraust, desto weniger bedeuten dir die Aufkleber  der anderen.“ „Ich glaube nicht, dass ich das verstehe.“ Eli lächelte: „Das kommt noch. Das dauert ein bisschen. Du hast viele Aufkleber.“

Bartimäus und Zachäus haben gemerkt, wie wichtig sie für eine Person sind, als Jesus zu ihnen gekommen ist. Und dann haben sie nach und nach gemerkt, dass Jesus Gottes Sohn ist. Dass er ein Mensch ist wie sie, aber zugleich ganz Gott. Da haben sie gemerkt: So wichtig sind sie für Gott, dass Gott seinen Sohn in die Welt geschickt hat. Und sie sind beide ganz fröhlich geworden.

Das heißt nicht, dass sie von da an nicht auch noch Dinge gemacht haben, die vielleicht ein bisschen „schräg“ waren. Aber von Zachäus hören wir, dass er anderen jetzt genau so eine Freude machen wollte, wie er sie bei Gott erlebt hat. Er wollte das, was in seinem Leben verkehrt war, nicht mehr tun. Er wollte den Leuten nicht mehr ihr Geld wegnehmen. Im Gegenteil, er wollte es ihnen zurückgeben. Und er wollte denen Geld geben, die es brauchten.

Ich habe am Anfang gesagt, vielleicht kamen bei der Kinderfreizeit im Sommer nicht nur zwei „schräge Typen“ vor in unseren Anspielen in den Andachten. Ich glaube sogar, dass es so war. Denn irgendwie sind wir alle etwas „schräg“. Nicht so, wie wir eigentlich sein sollen. Aber davon hängt es nicht ab, ob Gott uns lieb hat.

In der Geschichte von Punchinello sagt Eli am Schluss zu ihm: „Komm einfach jeden Tag zu mir, damit ich dich daran erinnern kann, wie wichtig du mir bist.“

„Denke daran,“ sagte Eli, als Punchinello durch die Tür ging, „du bist einmalig, weil ich dich gemacht habe. Und ich mache keine Fehler.“

Punchinello blieb nicht stehen, aber in seinem Herzen dachte er: (flüsternd) „Ich glaube, er meint es ernst.“ Und als er das dachte, fiel ein Aufkleber auf den Boden.“

Dass Gott nicht will, dass wir von ihm getrennt sind, haben wir heute aus der Geschichte von Noah gehört. Gott sagt, wenn ich die Menschen so behandele, wie sie es verdient haben, dann gibt es keine Menschen mehr. Und er macht es anders: Er zeigt uns jeden Tag, wie lieb er uns hat, indem er macht, dass die Sonne scheint, dass es regnet, dass etwas wächst, dass wir zu essen haben, und auch, indem er uns behütet. Dafür hat er uns ein Zeichen gegeben, das man öfter sehen kann, wenn es geregnet hat und die Sonne wieder durchkommt. Damit will er uns erinnern, dass wir ihn suchen und ihm danken sollen, solange wir in dieser Welt leben. Hier von der Kirche aus sieht man das oft, wenn man dann in Richtung Klein Oesingen guckt. Was ist das? (Regenbogen auf dem Schöpfungsbild aufdecken, erklären: Ihr steht jetzt alle unter Gottes Regenbogen; wir Menschen stehen alle darunter.)

Ich weiß nicht, wie viele Punkte wir hätten, wenn es bei uns so wäre wie in der Geschichte von Punchinello. Es ist auch ganz gut, dass wir das nicht immer sehen. Und dass wir einander lieber die netten Sachen sagen als die anderen. Aber einen Punkt haben wir im Moment alle vor uns. Mit dem machen wir gleich etwas.

 

(Nach dem nächsten Lied bringt jeder den Punkt, den er zu Beginn des Gottesdienstes bekommen hat, nach vorne, und legt ihn in ein Gefäß vor dem Kreuz.)

 

Predigtgottesdienst besonders auch für Jüngere im Anschluss an die Kinderbibelfreizeit im Sommer 2019 (Daniel Schmidt, P.)